Montag, 31. Juli 2017

Ostseeländer durch Segelsport verbinden

5 Teams, 5 Länder, 4 Etappen: das Nord Stream Race über 1.000 Seemeilen durch die Ostsee startet am 26. August zum 6. Mal.

Das Nord Stream Race führt Segler aus fünf Nationen in elf Tagen von Kiel über Kopenhagen, Stockholm und Helsinki bis nach Sankt Petersburg. Neben dem sportlichen Wettstreit steht der Kontakt zwischen den 50 überwiegend jungen Seglern im Vordergrund.

Hamburg/Die fünfte Auflage des Nord Stream Race geht in vier Etappen von West nach Ost über die Ostsee. Start ist in Deutschland vor Kiel, über Stationen in Dänemark, Schweden und Finnland geht es zum Zielhafen Sankt Petersburg. „So, wie wir mit der Planung der Regattastrecke Yachtclubs aus fünf verschiedenen Ländern miteinander verbunden haben, wollen wir auch bei den 50 teilnehmenden Seglern ein großes Zusammengehörigkeitsgefühl schaffen“, sagt Initiator Vladimir Lubomirov vom ausrichtenden St. Petersburg Yacht Club. „Mit diesem internationalen Yachtrennen wollen wir den Austausch zwischen den baltischen Seglern fördern und zeigen, wie vielfältig und groß das Segelrevier Ostsee ist.“

Historisch betrachtet war der gesamte Ostseeraum spätestens seit der Blütezeit der Hanse vom 12. bis 17. Jahrhundert eng miteinander verwoben. Die Interessen der Kaufleute waren oftmals stärker als die politischen Ziele der einzelnen Länder und hatten nicht nur Einfluss auf das wirtschaftliche, sondern auch auf das kulturelle und soziale Leben der einzelnen Länder. Waren die bekannten Schifffahrts- und Handelsrouten durch die Weltkriege und den folgenden Kalten Krieg im letzten Jahrhundert stark eingeschränkt, erlebt der gesamte Wirtschaftsraum der Ostsee mit seinen insgesamt neun angrenzenden Staaten seit Beginn der 1990er Jahre einen Aufschwung.

Die Ostsee verbindet Millionen von Seglern und Wassersportlern
Neben der Berufsschifffahrt und zahlreichen Fähren nutzen auch Zehntausende von Seglern das Revier zwischen Skagerrak, Finnischem Meerbusen und Newabucht für ausgedehnte Törns und Regatten. Die Zahlen sind beeindruckend: beim Deutschen Segler-Verband sind über 1.300 Segelvereine mit über 190.000 aktiven Seglern registriert, im sehr viel kleineren Nachbarland Dänemark zählt der Seglerverband stolze 257 Clubs mit rund 50.000 Mitgliedern. In Schweden, mit seiner über 3.000 Kilometer langen Küstenlinie, verbringen rund 1,5 Millionen Menschen ihre Freizeit zeitweise auf einem Boot, im angrenzenden Finnland mit seinen vielen tausende Inseln und Seen gibt es Schätzungen zu Folge rund 750.000 Boote – verteilt auf knapp 5,3 Millionen Einwohner. Die Ostsee ist eines der attraktivsten Wassersportreviere, die vielen Häfen, Clubs und Schiffe in den einzelnen Ländern zeigen, wie viele aktive Wassersportler es hier gibt. Die Nord Stream AG, Betreiber der über 1.200 Kilometer langen Gas-Pipeline durch die Ostsee, weitet in diesem und dem kommenden Jahr ihre Unterstützung für die etablierte Regatta aus, um den Austausch zwischen den Seglern in der Ostseeregion zu fördern. nord-stream-race.com

© Nils Bergmann
© Nautor's Swan Studio-Borlenghi

Souveränes Comeback von Bildstein/Hussl

Gestern fiel in Kiel der Startschuss zum EM – Erlebnis des Jahres. Mit den 49er, den 49er FX und den Full Foiling Nacras werden in gleich drei olympischen Klassen die neuen Europameister gekürt. Ein klares Statement zum Auftakt setzten Benjamin Bildstein und David Hussl. Das 49er Duo aus dem OeSV-Stall feierte mit zwei Wettfahrtssiegen nach mehrwöchiger Verletzungspause einen gelungenen Einstand. Durchwachsen verlief Tag 1 hingegen für die 49erFX Damenflotte des OeSV. Frank/ Abicht zeigten mit einem Platz 3 in der ersten Wettfahrt ihr Potential, konnten aber dann nicht daran anschließen. Angelika Kohlendorfer und Ersatzvorschoterin?? Laura Schöfegger beschlossen den ersten Wettfahrtstag auf Platz 50. Morgen startet die mit Spannung erwartete EM der Foiling Nacra17 – der ersten olympischen Bootsklasse, die „fliegen“ lernt. Für rot-weiß-rote Präsenz bei dieser Premiere sorgen Thomas Zajac und Barbara Matz.

Das Gesetz der Serie
Bereits mehrmals mussten Benjamin Bildstein und David Hussl ihre Segelkarriere verletzungsbedingt unterbrechen. Und jedes Mal kehrte das OeSV 49ern mit voller Kraft in den Wettkampfzirkus zurück. Auch diesmal scheint das Gesetz der Serie zu halten, was es verspricht. Mitte Mai kam mit der schweren Verletzung von Benjamin Bildstein in Santander das vorzeitige bittere Ende im Kampf um die Verteidigung des Weltcuptitels.

Doch heute legten die Junioren-Weltmeister von 2015 mit gleich zweit Wettfahrtsiegen und anschließend zwei vierten Plätzen einen vielversprechender EM-Start und ein Comeback nach Maß hin, aktuell liegt das 49er-Duo im Zwischenergebnis auf Platz 2.

„Es ist heute wirklich gut gelaufen und es hat uns ziemlich Spaß gemacht. Benjamin ist zurück und wir setzen da fort, wo wir aufgehört haben. Wir haben von Anfang an sehr gut in den Rhythmus gefunden, der Bootsspeed war top. Der Wind war mit 10 bis 18 Knoten sehr böig und wechselhaft, aber auch bei viel Wind sind uns sehr schöne Manöver gelungen. Perfekt war’s nicht, aber schon ziemlich nah dran“, so die erste Bilanz von einem zufriedenen David Hussl. In Jubelschreie will der Tiroler dennoch nicht ausbrechen: „Wir sind heute die ersten vier von insgesamt 10 Wettfahrten in der Qualifikation gefahren, im Finale warten weitere neun. Die Konkurrenz ist stark, bis auf die Top 3 der Olympischen Spiele ist alles da, was Rang und Namen hat. Jetzt sind wir in drei Gruppen eingeteilt, aber im Finale treffen alle Top-Teams auf einander, da wird es nochmal richtig spannend.“

Für heute Vormittag stehen in der 49er Klasse drei weitere Wettfahrten am Programm

Nicht nach Wunsch
Auch die Skiff-Damen starteten heute in der 49erFX – Klasse in den Kampf um den Europameistertitel. Unter den 65 Booten im Startfeld, sind mit Tanja Frank/ Lorena Abicht und Angelika Kohlendorfer/ Laura Schöfegger auch zwei OeSV-Teams vertreten.

Gleich in der ersten Wettfahrt gelang Tanja Frank/ Lorena Abicht mit einem dritten Platz ein mehr als gelungener Einstieg, mit Platz 21 und 16 im weiteren Verlauf blieb das Duo jedoch hinter seinen eigenen Erwartungen, wie Tanja Frank resümiert: „Es war ein zacher Tag für uns. Die erste Wettfahrt war sehr gut und auch in der zweiten Wettfahrt waren wir bis zur letzten Luv-Tonne unter den Top 5 und somit gut dabei. Wir waren mit unserem Speed und unserer Taktik zufrieden. Aber dann ist uns der Gennaker hängen geblieben und die Probleme nahmen ihren Lauf. In der letzten Wettfahrt wurde der Wind dann noch ziemlich böig und drehend, viele Boote sind gekentert.“

Für morgen stehen aber wieder alle Zeichen auf Angriff: „Morgen knüpfen wir dort an, wo wir heute in der zweiten Wettfahrt an der letzten Kreuz aufgehört haben. Vier Wettfahrten stehen am Programm, da ist noch viel drin.“

Quasi ins kalte EM-Wasser sprangen Angelika Kohlendorfer und Laura Schöfegger. Schöfegger ersetzt kurfristig die verletzte Lisa Farthofer, die normalerweise das Duo Kohlendorfer/ Farthofer als Vorschoterin komplementiert.

In der ersten Wettfahrten konnten Kohlendorfer/ Schöfegger mit einem 10. Platz überraschen, im weiteren Verlauf forderte jedoch die ungewohnte Teamzusammensetzung ihren Tribut, wie Angelika Kohlendorf zusammenfasst: „Mit der ersten Wettfahrt waren wir eigentlich sehr happy, wir konnten einige Boote aufholen und Plätze wettmachen. Aber dann haben sich blöde Fehler eingeschlichen, die sich auch im Ergebnis widerspiegeln. In der letzten Wettfahrt war schon ziemlich viel Wind und wir sind in der Konstellation dafür leider zu leicht. Dazu ist uns dann noch ein Schekel gebrochen und obwohl wir den spontan reparieren konnten, konnten wir die Fock nicht mehr ordentlich fahren und so war dann der Hund drinnen.“

Für die kommenden Tage zeigt sich das Duo aber zuversichtlich: „Wir sind nicht eingespielt und Laura sitzt zum ersten Mal an der Vorschot am FX. Dafür läuft es eigentlich ganz gut und wir sind für morgen voll motiviert.“

Neue Ära des olympischen Segelns
Für Foiling Nacra 17 Klasse beginnt die Europameisterschaft erst morgen, Montag, 31. Juli 2017. Es ist dies die erste internationale Regatta, bei der statt der ursprünglichen „C“-Foils die Full Foiling Technologie für die leistungsstarken Katamarane zum Einsatz kommt. Mittels der neuen „Z“-Foils heben sich die Rümpfe der Katamarane komplett aus dem Wasser. Damit wird eine neue Ära im olympischen Segeln eingeleitet. Die ersten Boote mit dem neuen Setup wurden erst vor wenigen Wochen ausgeliefert, echte Erfahrungswerte fehlen noch, weshalb dieser erste Belastungstest mit großer Spannung erwartet wird. Für die „Full-Foiler“Nacras stand heute noch mal ein Trainingstag an, den auch das burgenländische OeSV-Team Thomas Zajac und Barbara Matz nützen.

„Es war wirklich sehr tricky und fordernd für uns. Wir kommen jede Minute, die wir auf dem Boot verbringen, auf neue Dinge drauf. Die Lernkurve ist unglaublich und ich bin überzeugt, dass wir jetzt Tag für Tag einen Fortschritt machen werden. Es ist ein Prozess. Wir haben gegenüber den anderen Teams einen kleinen Trainingsrückstand, aber heute war besser als gestern und morgen werden wir wieder einen Sprung machen. Das ist unser Ziel – eine tägliche Verbesserung und ein kontinuierlicher Fortschritt. Für Barbara, der es noch an Foiling-Erfahrung fehlt, ist es körperlich und technisch sehr anspruchsvoll, aber sie meistert diese Herausforderung sehr gut“, zeigte sich Thomas Zajac vor Beginn der morgigen Europameisterschaft zuversichtlich. Mag. Anna Sollereder.

EM-Fahrplan
Für die 49er und 49erFX geht die Qualifikation bis inklusive Dienstag, 1. August. Für die Goldfleet qualifizieren sich je 20 Boote bei den 49er und bei den 49er FX. Ab Mittwoch stehen die Finalseries am Programm, bevor es am Freitag, 4. August, in den Medal Races um die Titelentscheidungen geht.

Die Nacra17 – Klasse startet erst am Montag, 31.Juli 2017. Ab Mittwoch segeln die besten 24 Boote in der Goldfleet, bevor es ebenfalls am Freitag, 4. August, zum großen Showdown im Medal Race kommt.

Die Wettfahrten der Goldfleet und die Finale werden von 2. bis 4. August via Youtube live gezeigt: http://youtube.com/49ersailing

Zwischenstand Tag 1 49er & 49erFX Europeans 2017, Kiel, 30.Juli 2017
49er FX (Zwischenstand nach 3 Wettfahrten)
1. Jena Mai Hansen/ Katja Salskov-Iversen (DEN), 5 Pkt (1/3/1)
41. Tanja Frank/ Lorena Abicht (AUT), 40 Punkte (3/21/16)
50. Angelika Kohlendorfer/ Laura Schöfegger (AUT) , 49 Punkte (10/ 16/ DNF)
63. Livia Naef/ Nelia Puzhe (SUI), 63 Punkte (19/21/18)


49er (Zwischenstand nach 4 Wettfahrten, 1 Streicher)
1. Dylaon Fletcher-Scott (GBR), 5 Punkte ((2)/2/1/2)
2. Benjamin Bildstein/ David Hussl (AUT), 6 Punkte (1/1/(4)/4)
17. Sebastian Schneiter/ Lucien Cujean (SUI), 15 Punkte (7/1/(12)/7)

Nacra 17 Klasse European Championship (Zwischenstand nach 2 Wettfahrten)
1. Tom Phipps/ Nicole Boniface (GBR), 3 Punkte (1/2)
10. Thomas Zajac/ Barbara Matz (AUT), 25 Punkte (9/16)

Sämtliche Ergebnisse und Informationen finden Sie unter:
http://49er.org/event/2017-european-championship
http://nacra17.org/events/2017-european-championship

Bildstein/Hussl, Foto: © Pedro Martinez, Sailing Energy
Bildstein/Hussl, Foto: © Pedro Martinez, Sailing Energy

Sonntag, 30. Juli 2017

Starkwindcrews stürmten auf das Treppchen

Der Abschlusstag der Internationalen Deutschen Jugend- und Jüngstenmeisterschaften zur Travemünder Woche wurde für die Crews noch einmal zu einer echten Herausforderung. Starker Wind im Mittel und einige kräftige Böen bildeten den Rahmen für anspruchsvolle Finals. Nicht alle Klassen wurden bei diesen Bedingungen auf das Wasser geschickt. Die Bahn Golf mit den Surfern, Teenys und O'pen Bic verzichtete auf einen Start. Die Piraten-Segler entschieden sich selbständig zu passen und stimmten das komplette Fernbleiben der Flotte mit der Wettfahrtleitung ab. Die kleinen Optimisten, die Laser, die kippeligen 29er, die 420er und die Europes gingen indes auf das Wasser und segelten ihr komplettes Meisterschaftsprogramm.

Zum Abschluss wurde es noch mal windig auf den Bahnen. Foto: segel-bilder.de
Optimisten
An dem Titelgewinn von Mic Mohr (Stralsund) gab es am finalen Tag nichts mehr zu rütteln. Auch ein 13. Platz zum Tagesauftakt warf den 13-Jährigen nicht mehr aus der Bahn. Mit einem Sieg zum Abschluss feierte der frischgebackene WM-Dritte den Titelgewinn bei der deutschen Jüngstenmeisterschaft. Damit folgte er seinem Bruder Roko, der im vergangenen Jahr auf Helgoland triumphiert hatte, jetzt aber zum Abschluss noch aus den Medaillenrängen herausfiel. Von Platz zwei fiel er auf Rang fünf zurück, musste einer Frühstart-Disqualifikation Tribut zollen. Damit war der Weg frei für Mewes Wieduwild (Berlin). Der WM-Starter schob sich durch einen guten letzten Tag noch auf Platz zwei. Und völlig unerwartet ging die Bronzemedaille an einen Lokalmatador. Jesper Bahr vom Lübecker SV krönte seine gute Serie in der Woche mit einem fünften und einem sechsten Platz am Samstag und dem Podiumsplatz insgesamt. „Ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll. Ein tolles Ergebnis. Ich bin überwältigt“, war auch Trainer Uwe Schimanski überrascht von dem Coup seines Schützlings. Ergebnis

Teeny
Ohne weitere Wettfahrten konnte sich die Mannschaft Stefan Schmidt/Moritz Kretschmar (Seeburger See) zu den neuen Deutschen Jüngstenmeistern in der Teeny-Klasse krönen lassen. Nach dem Vize-Titel im Vorjahr machte Schmidt mit neuem Vorschoter den entscheidenden Schritt nach vorn. Innerhalb des vergangenen Jahres hat sich die Mannschaft „aneinander gewohnt“. Und jetzt läuft es perfekt für das Duo, das in zehn Wettfahrten sechsmal als Sieger über die Linie ging. Carlotta Meyer/Constantin von Camron (Dümmer) sicherten sich die Silbermedaille vor Nik und Oke Nommensen aus Plön. Ergebnis

O'pen Bic
Auch die O'pen Bic konnten sich zum Abschluss entspannen. Sie gingen nicht mehr auf das Wasser, so dass Leonard Beyer aus Hamburg seinen angestrebten Titelgewinn feiern konnte. Der zweitplatzierte Ken Izuki startet zwar für Japan, wohnt aber tatsächlich mit seinen Eltern im Allgäu. Er hat beide Staatsbürgerschaften, heißt in Deutschland Oliver Sanders, sorgte aber mit der „JPN“-Kennung für internationales Flair im Starterfeld der O'pen Bic. Rang drei und damit Bronze ging an Matti Biedermann (Crefeld). Damit musste Charlotte Finkenmeyer aus Surendorf nicht nur auf die Medaille, sondern auch auf ein Eis verzichten. In einer vereinsinternen Absprache mit den Surferinnen hätte sie das bei einem Platz auf dem Treppchen spendiert bekommen. Ergebnis

Europe
Robert Zink (Stevertalsperre) machte es im ersten Rennen des Tages zwar noch einmal spannend, als er lediglich Neunter wurde. Doch mit dem zweiten Platz in der letzten Wettfahrt der Europes sicherte er sich die Meisterschaft vor dem Bordesholmer Frederik Frerck und Vincent Schrader (Hüde). „Ich glaube, so gut habe ich mich noch nie gefühlt“, sprudelte es aus Robert Zink heraus. „Im ersten Rennen musste ich aufpassen, dass ich keinen Frühstart fahre oder eine Jury-Bestrafung kassiere. Als es dann nur der neunte Platz war, war ich schon ein bisschen nervös. Doch im zweiten Rennen hatte ich Glück, war auf der richtigen Seite und hatte dann die Kontrolle.“ Mit seinen Eltern machte er anschließend einen Sekt auf. „Das war mein absoluter Saisonhöhepunkt.“ Ergebnis >

Laser 4.7/Laser Radial
Julian Hoffmann segelte einen souveränen
IDJM-Titel bei den Laser 4.7 ein. Foto: segel-bilder.de
 Nach seinem Coup bei der Jugend-WM in Belgien, als er zum Vize-Titel in der U16 segelte, zeigte Julian Hoffmann aus dem Allgäu, welche Ausnahmestellung er in Deutschland einnimmt. Mit einem riesigen Vorsprung von 63 Punkten verwies er Gunnar Kröplin (Schwerin) auf Platz zwei. Tim Raible (Tegernsee) reihte sich auf dem dritten Platz ein und machte damit den Triumph der Binnensee-Segler perfekt

Das rasante Finale fegte dagegen beim Laser Radial die lange Zeit führende Laura Schewe (Kiel) noch vom Platz eins herunter. Ein sechster und ein 13. Platz am letzten Tag ließ sie hinter Nico Naujocks (Berlin) zurückfallen. „Nach den ersten Schwachwindtagen, die mir nicht in die Karten gespielt haben, war das schon eine sehr aufregende Aufholjagd. Je mehr Wind desto besser für mich. Deshalb hatte ich gehofft, dass es klappen könnte“, berichtete Naujocks. Mit zwei Siegen, die er jeweils auf den Vormwindkursen souverän herausfuhr, gelang ihm ein eindrucksvoller Abschluss. Jetzt strebt Naujocks das Triple an: Vor der Deutschen Meisterschaft hat er die Jugendeuropameisterschaft gewonnen, und im August geht es zur Jugend-WM in die Niederlande. Ergebnisse: Laser 4.7, Laser Radial

29er
Paul Pietzcker/Linus von Oppen (Berlin) starteten mit zwei Siegen bei den 29ern in den Tag und gingen dann noch einmal volles Risiko, um die führenden Norweger Mathias Berthet/Alexander Franks Penty zu attackieren. Mit dem elften Platz zum Abschluss wurde diese Attacke zwar belohnt, aber die Berliner waren dennoch zufrieden: „Die Norweger fahren sehr konstant und dann blieb auch noch der Wind etwas weg, so dass wir nicht mehr vorbei konnten. Aber wir sind glücklich. Unser Ziel war es, die Position als deutsche Nummer eins zu verteidigen“, berichtete Vorschoter Linus von Oppen. Das ist den Deutschen Jugendmeistern des Vorjahres gelungen. Als einzige deutsche Mannschaft standen sie hinter den Norwegern und vor den Schweden Oscar Engström/Hugo Westberg auf dem Siegerpodest. „Gerade heute hatte wir noch mal unseren Spaß. Es war nicht einfach zu segeln, aber schnell.“ Im August fährt das Team nun zur Europameisterschaft und will dort in die Top-Ten segeln. Ergebnis

420er
Die 420er-Crews hatten bei den Starkwindbedingungen
zum Abschluss ihren Spaß. Foto: segel-bilder.de
„Das lief heute alles nach Plan“, erklärte Linus Klasen knapp, während er das Boot verlud. Gemeinsam mit Steuermann Daniel Göttlich (Berlin) verteidigte er die am Freitag eroberte Führung und holte sich den IDJM-Titel der 420er. Angesichts der starken Winde waren Göttlich/Klasen schon mit der Erwartung in den letzten Tag gegangen, sich das Gold bei der Travemünder Woche zu sichern. Und mit zwei Siegen zum Abschluss enttäuschten sie sich nicht. „Wir hatten den Bootsspeed, den wir uns erhofft hatten und haben die richtigen taktischen Entscheidungen getroffen“, sagte Klasen. Für die Mädchen-Crew Theresa Steinlein/Lina Plettner (Bayern), die drei Tage an der Spitze des Rankings standen, verflogen mit dem Starkwind die Titelhoffnungen. Aber sie konnten Platz zwei gegen den Vorjahres-Meister Philipp Royla (Uerdingen) absichern, der sich mit Kim Fernholz nach Gold im Vorjahr nun Bronze sicherte. Ergebnis

Pirat
Die Piraten-Segler wollten angesichts der Böen-Vorhersage nichts mehr riskieren am Abschlusstag. Schon am Freitag waren einige Mannschaften mit den Bedingungen überfordert, und die Erfahrungen der Vergangenheit mahnten die Klasse zur Vorsicht. Deshalb verzichteten sie geschlossen auf das Auslaufen, obwohl ein Start für sie vorgesehen war. „Der Wetterbericht ist so, dass einige jüngere Crews Probleme bekommen würden“, sagte der Jugendobmann der Klasse, Lukas Brüning am Morgen. „Die älteren und erfahreneren Mannschaften nehmen darauf Rücksicht. Es ist gut, dass es diesen Zusammenhalt in der Klasse gibt. Die Piraten sind eben anders aufgestellt als andere Klassen.“ Ergebnis

Bic Techno 293/Bic Techno 293 Plus
Felix Kupky gewann den Surf-Titel. Foto: segel-bilder.de
Für die Surfer waren am Morgen durch die Wettfahrtleitung die Rennen abgesagt worden. Felix Kupky wäre indes gern noch auf das Wasser gegangen: „Ich glaube, ich hätte das Brett beherrscht, kann gut mit viel Wind umgehen.“ Damit hätte er noch stärker unter Beweis stellen können, dass er der verdiente Titelträger ist. Aber auch so war er der dominierende Surfer im Feld der Bic Techno in der „Normal“-Version des Boards. Der junge Berliner hat nun noch den Gewinn des Techno-Cups im Visier, bei dem er bereits zwei von vier Regatten gewonnen hat. Und im Oktober geht es für ihn zur Weltmeisterschaft. Hinter Kupky surften Samy Vielhuber (Chiemsee) und Eike Drawe (Berlin) auf die nächsten Plätze.

Das Pendant zu Kupky war bei den Bic Techno 209 Plus Richard Sprenger. Der Paderborner setzte sich mit dem stärker werdenden Wind im Meisterschaftsverlauf an die Spitze und wurde so neuer Meister – wenn auch nur mit einem knappen Vorsprung von einem Punkt gegenüber Selina Horber (Chiemsee) und Aurel Thase.
Ergebnisse: Bic Techno 293, Bic Techno 293 Plus

Am Abend gingen dann die Meisterschaften mit der gemeinsamen Siegerehrung aller Jugendklassen zu Ende. Bei der Ehrung wurden neben den Gesamtsiegern auch die Altersklassenmeister (s. Ergebnisliste) geehrt. Und die Zeremonie spiegelte noch einmal die Woche wieder. Von Regen bis Sonne waren während der eineinhalb Stunden alle Wetterbedingungen vertreten. Ralf Abratis, Presse Travemünder Woche.

Gruppenbild der Top-Platzierten. Foto: segel-bilder.de

29er bringt die Jugend in Geschwindigkeitsrausch
Paul Pietzcker und Linus von Oppen fühlten sich zum Abschluss der IDJM richtig wohl. Foto: segel-bilder.
Die noch junge Bootsklasse 29er trifft den Nerv der Zeit. Mit dem Nachwuchs-Skiff lassen sich Geschwindigkeiten von weit über 20 Knoten erzielen, und „gerade das Geschwindigkeitspotenzial fasziniert die Jugendlichen“, erzählt Jörg Becker, Vorsitzender der 29er-Klassenvereinigung. Nicht nur Windbedingungen und seglerisches Geschick lassen die kleinen Skiffs vor allem unter Gennaker über das Wasser flitzen. Einen relevanten Faktor spielt insbesondere das Gewicht der Crew, das im Idealfall bei rund 120 Kg liegt.

Die deutschen Jugendmeister 2016, Paul Pietzcker und Linus von Oppen, gehören mit ihren 18 Jahren zu den „älteren und größeren Teams“ im Feld der 29er bei der Internationalen Deutschen Jugendmeisterschaft (IDJM) zur Travemünder Woche. „Vor allem bei leichten Winden ist das Gewicht nachteilig, weil bei der geringeren Geschwindigkeit mehr Wasser verdrängt werden muss“, erklärt Linus von Oppen. Der Vorschoter des Teams, der seit vier Jahren mit Steuermann und Crewpartner Paul Pietzcker zusammen 29er segelt, beschreibt weiter, dass „die unbeständigen und leichten Winde und Winddreher schwierig zu segeln waren“. Doch nach ein paar Leichtwindtagen setzte sich vor Travemünde eine starke Brise durch, so dass am Ende die Berliner aber zufrieden sein konnten. Zwar konnten sie nicht mehr ganz auf Platz eins klettern. Doch hinter den den Norwegern Mathias Berthet/Alexander Franks Penty landeten sie auch Platz zwei.

Der 29er gilt als Vorstufe für den olympischen Skiff 49er. Im Rahmen der IDJM in Travemünde haben die 50 Teams insgesamt 18 Wettfahrten geplant – und damit sechs mehr als das Gros der anderen Bootsklassen. „Der Kurs der Regattabahn ist kürzer und die angepeilte Zeit für ein Rennen niedriger, weil unter anderem die Rumpfgeschwindigkeit der 29er höher ist“, erklärt Gesamtwettfahrtleiter Brian Schweder. Die Jolle kommt durch seine flache Rumpfform schneller ins Gleiten. Allerdings ist der 29er durch die Form wesentlich kippeliger, weshalb neben ausreichend Wasserstunden vor allem auch Ausdauer-, Kraft- und Koordinationstraining eine bedeutende Rolle im Segeltraining spielen, um den Skiff insbesondere bei schwierigeren Wind- und Wellenbedingungen zu beherrschen. Ergebnis

J/22 und Kurzstrecken-Rennen auf der Seebahn
Harte Bedingungen auch für die Yachten
auf der Seebahn. Fto: segel-bilder.de
Zum Abschlusswochenende schickte Seebahn-Wettfahrtleiter Uwe Wenzel die seegehenden Yachten zu den Up-and-Downs an den Start. Dazu hatte er die J/22 auf seinem Kurs, die ihren zweiten Tag der German Open segelten.

Jeweils drei Rennen brachte Wenzel mit seiner Startschiffcrew für die J/22 und die Yachten nach Vermessung über den Kurs. Die Kielschiff-Segler legten damit die Basis für den Abschluss-Sonntag, an dem sie den Mittelpunkt der Regatten bilden. Zwei Wettfahrten stehen noch bei den Up-and-Downs auf dem Plan. Maximal drei Wettfahrten haben die J/22 noch vor sich.

Bei den German Open der J/22 läuft alles auf einen Titelgewinn für die Lokalmatadoren um Svend Hartog (LSV) hinaus. Nach dem perfekten Start am Freitag mit drei Siegen knüpfte er nahtlos an diese Leistung an. Allerdings kreuzte er in einem Rennen die Ziellinie nur als Zweiter, da er nach dem Start vermutete, zu früh über die Linie gegangen zu sein. Er bereinigte seinen vermeintlichen Frühstart und musste dem Feld hinterherhetzen.

Bei den abendlichen Showrennen konnte sich Hartog allerdings nicht durchsetzen. Er schied bereits im Halbfinale der SAP Trave Races aus. Die Siegprämie in Form von leckerem Marzipan sicherte sich nach zwei Rennen Philipp Junker vom Möhnesee. Ergebnis

Samstag, 29. Juli 2017

Mit dem Wind kamen die Veränderungen

Mit dem Einstieg in die finale Phase der Internationalen Deutschen Jugend- und Jüngstenmeisterschaften (IDJM) änderten sich die Windbedingungen für die rund 900 Teilnehmer in den elf Disziplinen. Waren in den ersten Tagen vor allem die Leichtwindspezialisten im Vorteil, kamen nun die Crews zum Zuge, die es gern etwas windiger mögen. Das sorgte in diversen Klassen auch für Veränderungen in den Ergebnissen – einschließlich einiger Führungswechsel. Während die Jugendlichen bereits seit Montag im Meisterschaftsrhythmus sind, legten die J/22 am Freitag mit ihren German Open erst los.

Optimisten
Die Optimisten der Spitzengruppe hatten am Freitag ein volles Programm, denn nach den Rennen im Kampf um die Deutsche Jüngstenmeisterschaft standen auch noch die entscheidenden Wettfahrten im Team Race an. Den Spitzenseglern scheint das nichts auszumachen. Mic Mohr führt aktuell vor seinem Bruder Roko, der im vergangenen Jahr den Titel gewonnen hat. Auf Rang drei folgt die aus Deutschland stammende und für Dänemark startende Helena Wolff.

Teeny
Stefan Schmidt/Moritz Kretschmar (Seeburger See) weisen in der Teeny-Klasse immer mehr nach, dass sie in einer eigenen Liga segeln. Mit zwei weiteren ersten Plätzen füllten sie ihr Siegkonto auf nunmehr sechs Top-Platzierungen in den zehn Wettfahrten auf. Da sie auch in den weiteren vier Rennen niemals schlechter als Platz fünf segelten, ist die Meisterschaft vor den beiden abschließenden Wettfahrten so gut wie entschieden. Carlotta Meyer/Constantin von Camron (Dümmer) sowie Nik und Oke Nommensen (Plön) werden eher nach hinten schauen, um ihren Podiumsplatz abzusichern.

Europe
Seit Mitte der Meisterschaften spielt in der Europe-Klasse der Bordesholmer Frederik Frerck seine Trümpfe aus, und mit den Rängen 1 und 2 am Freitag schob er sich in die Rolle des ersten Verfolgers von Spitzenreiter Robert Zink (Stevertalsperre). „Der etwas stärkere Wind liegt mir ganz gut. Da kann ich dann meine kleinen Geschwindigkeitsvorteile ausspielen, und es ist einfacher, die richtigen taktischen Entscheidungen zu treffen“, berichtete Frerck, der zu Beginn der Meisterschaften unter dem Eindruck der Frühstart-Disqualifikation in der ersten Wettfahrt stand. „Das war sehr ärgerlich, denn ich war da als Dritter im Ziel. Und danach war der Kopf nicht frei. Das hat man auch in den ersten Ergebnissen gesehen.“ In seinem letzten Jugendjahr schien die Chance auf die erhoffte Top-Platzierung damit zu schwinden. Doch durch die Steigerung zur zweiten Meisterschaftshälfte hat Frerck nun wieder alle Möglichkeiten auf einen Medaillengewinn eröffnet. Der Titelgewinn scheint indes nur schwer realisierbar zu sein. Denn Robert Zink hat bereits 19 Punkte Vorsprung. Einen Ausrutscher darf sich der Führende allerdings auch nicht mehr erlauben. „Man soll sich nicht zu viel erhoffen, aber ich werde kämpfen bis zum letzten Zieldurchgang“, kündigte Frerck einen finalen Wettstreit um den Titel an. Aber auch die weiteren Verfolger sind nicht weit entfernt. Aktuell liegt Vincent Schrader (Hüde) auf dem Bronzerang.

O'pen Bic
Für Leonard Beyer läuft im O'pen Bic derzeit alles nach Plan. Egal ob bei wenig oder bei etwas mehr Wind – der junge Hamburger ist stets in der Spitzengruppe dabei. Und so hat er sich nach 15 von 18 Wettfahrten auch schon ein Zehn-Punkte-Polster vor Ken Izuki (Japan) angelegt. Nach der nationalen Meisterschaft steht für ihn mit der WM-Teilnahme auf dem Gardasee gleich der nächste Höhepunkt auf dem Plan. Und auch der Klassenwechsel in den Nacra15-Katamaran ist bereits eingeleitet. Die ersten Regatten sind bereits in der Kat-Klasse gesegelt. Aktuell geht es für den Sportler des Hamburger SC darum, die passende Teampartnerin für den Mixed-Kat zu finden.

Piraten
Obwohl der Tag für Tobias Call/Nick Houben (Aachen) alles andere als optimal lief, können sich die Titelverteidiger der IDJM der Piraten ganz entspannt auf den finalen Tag der Meisterschaft vorbereiten. Mit 16 Punkten führt das Duo vor dem Ex-420er-Meister Tom Schönfeldt mit Caspar Miebach (Hamburg) und Robin Call/Henrik Junge (Aachen). Nach fünf Siegen in den ersten Meisterschaftstagen mussten Call/Houben allerdings am Freitag auf einen Sieg verzichten. Im Gegenteil: Mit den Platzierungen 6, 2, 2 fuhren sie sogar ihr Streichresultat ein. „Im ersten Tagesrennen hatten wir ein paar Probleme beim Start, haben uns noch etwas nach vorn gearbeitet, aber so richtig hat es nicht geklappt“, berichtete Tobias Call. Und im Tages-Abschlussrennen gingen die Titelanwärter sogar baden. „Unter Spi sind wir einmal durchgekentert, haben das Boot aber zum Glück schnell wieder aufrecht gehabt.“ Danach setzten sie ihre Jagd nach vorn fort und konnten sich sogar noch bis auf Platz zwei vorarbeiten. Damit sind sie kaum mehr von der Spitze zu verdrängen, zumal sich die beiden punktgleichen Verfolger gegenseitig belauern werden.

Laser 4.7/Laser Radial
Während bei den Laser 4.7 die Meisterschaft bereits entschieden scheint, ist bei den Laser Radial ein harter Kampf um die Goldmedaille entbrannt. Julia Hoffmann (Allgäu) trotzt bei den 4.7 allen Reisestrapazen von der WM und hat sich den größten Vorsprung in allen IDJM-Klassen erwirtschaftet. Nach dem Gewinn des U16-Vizetitels am Montag bei der WM, legte Hoffmann auch zur IDJM gleich mächtig los. Zwei Siegen zum Start in die nationale Meisterschaft folgte zwar ein 25. Platz, danach reihte der 14-Jährige aber Top-Ergebnisse in direkter Folge aneinander. 50 Zähler liegen zwischen ihm und dem zweitplatzierten Gunnar Kröplin (Schwerin). Damit muss Hoffmann in den verbleibenden beiden Rennen nur noch einmal in die Top-50 des 64 Teilnehmer starken Feldes segeln, um sich die Meisterschaft zu sichern.
Dagegen liegen zwischen der führenden Laura Schewe (Kiel) und ihrem Verfolger Nico Naujock (Berlin) bei den Laser Radial lediglich sechs Punkte. Damit ist für den Finaltag noch alles offen. Moritz Peitzner aus Kiel wird von Rang drei dagegen wohl nicht mehr nach vorn angreifen können.

29er
Im nationalen Ranking scheinen die Vorjahres-Jugendmeister Paul Pietzcker/Linus von Oppen (Berlin) ihre Top-Position sicher zu haben. International kann es am Abschlusstag der Titelkämpfe noch einen Schritt nach oben gehen. Doch mit den kräftigen Winden am Freitag verbesserte das Duo seine Position auf Gesamtrang zwei hinter den Norwegern Mathias Berthet/Alexander Franks Penty und vor den Niederländerinnen Tess Wilschut/Femke van den Berg.

420er
Team France (Anna Combet, Cécile Jugault,
Andréa Manhés, Julien Bunel)

Der starke Wind spielte den Titelfavoriten Daniel Göttlich/Linus Klasen (Berlin) im 420er voll in die Karten. Nachdem sie die Geschwindigkeitsvorteile der Mädchen-Crew Theresa Steinlein/Lina Plettner (Bayern) in den Leichtwindtagen nicht kontern konnten, waren sie nun voll in ihrem Element: „Auf diese Bedingungen haben wir hin gearbeitet, da sie schon die ganze Zeit angesagt waren. Jetzt hat sich der Wind endlich durchgesetzt“, berichtete Linus Klasen. „Da zudem Flagge ,O' gesetzt war, durften wir rocken, und damit hatten wir durchgängig hohen Bootsspeed.“ Da auch für den finalen Tag viel Wind angesagt ist, macht sich die Berliner Crew „keine großen Sorgen“ für die Verteidigung ihrer Position. „Hauptsache es geht nichts kaputt wie zur Kieler Woche, als wir am letzten Tag noch aus den Medaillenrängen rausgefallen sind“, so Klasen. Nach der IDJM geht es noch zur Jugendeuropameisterschaft an den Gardasee, bevor Göttlich/Klasen in den olympischen 470er wechseln werden.

Bic Techno 293/Bic Techno 293 Plus
Wechsel an der Spitze des Rankings bei den Surfern in der Klasse des Bic Techno-Brettes mit größerem Segel und größerer Finne: Die Zwischenstufe zum olympischen RS:X-Board führt nun der Paderborner Richard Sprenger an, der mit einem vierten Platz und zwei Tagessiegen an der bisher führenden Selina Horber (Chiemsee) vorbeizog. Dagegen bleibt in der „Normal-Version“ des Techno-Brettes alles beim Alten. Felix Kupky (Berlin) verteidigte seine Spitzenposition vor Samy Vielhuber (Cheimsee).

J/22
Die J/22 starteten in ihre German Open. Fotos: segel-bilder.de
Drei Starts, drei klare Siege: Besser hätte der Meisterschaftseinstand für Svend Hartog mit seiner Crew nicht sein können. Die Lübecker scheinen die zehn Konkurrenten bestens im Griff zu haben. „Wir mögen es, wenn das Boot schräg liegt. Und die heutigen Bedingungen waren perfekt für uns“, berichtete Hartog. Vom Start weg übernahm das LSV-Team die Führung und sicherte sich drei klare Tagessiege mit teilweise 200, 300 Metern Vorsprung. „Bis auf ein Mal haben bei uns auch alle Manöver sehr gut geklappt. Aber wir werden vorsichtig bleiben, denn es muss nicht so weiter laufen.“ Mit elf Crews ist der Titelkampf etwas dünn besetzt. „Die internationale Termin-Planung ist nicht optimal. Nach der Weltmeisterschaft im Mai ist für viele Mannschaften die Luft jetzt etwas raus“, gestand Hartog.
Ralf Abratis, Travemünder Woche gGmbH. Ergebnisse >>

Weitere News:
Opti Team Race: „Chaos Team Europa“ siegt vor Frankreich >>
Langstrecken-Zieleinlauf mit Tücken >>

Freitag, 28. Juli 2017

Full Foiling Nacra17/49er/49erFX Europeans 2017

Es wird das EM - Spektakel des Jahres! Ab kommenden Sonntag, 30.Juli 2017, steht Kiel ganz im Fokus des olympischen Segelsports. Mit den Full Foiling Nacra17, den 49er und den 49er FX werden in gleich drei Klassen die neuen Europameister ermittelt. Mit besonders großem Interesse werden die Wettkämpfe in der Full Foiling Nacra17- Flotte erwartet, ist es doch die erste EM, bei der die Mixed Katamarane foilen werden. Für Österreich gehen Thomas Zajac und Barbara Matz an den Start, die damit auch ihr neues Boot einer ersten Feuertaufe unterziehen.

Im starkbesetzen 49er Feld feiern Benjamin Bildstein und David Hussl nach langer verletzungsbedingter Pause ihre Rückkehr in den Wettkampfzirkus , bei den Skiff-Damen halten Tanja Frank/ Lorena Abicht die rot-weiß-rote Fahne hoch. Im gleichen Feld segelt auch Angelika Kohlendorfer, die im Kieler Wasser voraussichtlich mit Laura Schöfegger als Vorschoterin ins Boot steigen wird.

EM - Premiere für Full-Foiler-Nacras
Es ist eine der großen Segel-Sensationen des Jahres 2017 – in wenigen Tagen werden in Kiel erstmals die Nacra17 – Katamarane als „Full-Foiler“ in einer internationalen Regatta übers Wasser fliegen. Sie sind damit die erste olympische Bootsklasse, die das „fliegen“ lernt. Möglich wird dies durch die neuen „Z“-Foils, mit denen sich die Rümpfe der Katamarane komplett aus dem Wasser heben. Eine Technik, die neben Geschick und Gespür vor allem auch viel Erfahrung verlangt, um die Boote sicher um den Kurs zu bringen.

Genau diese Erfahrung fehlt aber noch vielen Teams, weshalb diese große Entwicklung im Segelzirkus durchaus kritisch beobachtet wird, wie auch OeSV- Sportdirektor Georg Fundak bestätigt: „Es ist schon ein sehr großes Risiko, mit diesen ganz neuen Booten, für die es noch an Erfahrung fehlt, eine Europameisterschaft fahren zu lassen. Man wird sehen, wie gut die Teams das im Griff haben. Aller Anfang ist schwer. Aber wir machen das Beste daraus, wir sind voll motiviert und werden Gas geben. Es ist wie bei einer neuen Liebe, wo jeder Tag etwas Neues bringt.“

Eines von 37 Teams, die bereits mit der neuen Generation der Nacra17 an den Start gehen, sind Olympiaass Thomas Zajac und seine Segelpartnerin Barbara Matz. Die beiden haben ihr neues, foilendes „Baby“ erst vor wenigen Tagen in Empfang genommen, gestern, Donnerstag, erfolgte direkt in Kiel die Taufe.

Zajac konnte in den vergangen Wochen reichlich Foiling-Erfahrung auf den Flying Phantoms im Rahmen der Extreme Sailing Series sammeln, zeigt sich aber in Puncto EM zurückhaltend: „Wir werden jetzt jeden Tag möglichst viele Stunden am Wasser verbringen, um ein Gefühl für unser neues Boot zu entwickeln. Es fehlt bei der Foiling-Technologie noch an Know How. Wir müssen kreativ arbeiten, Grenzen ausloten und einfach viel ausprobieren. Auch für Barbara ist das Foilen noch recht neu. Das wird jetzt eine kontinuierliche Entwicklung für die nächste Zeit.“

Ein echtes Staraufgebot hat sich jedenfalls für diese Premiere angekündigt. Von den Silbermedaillen-Gewinnern aus Rio, Jason Waterhous/ Lisa Darmamin, über Europameister Ben Saxton bis hin zu Iker Martinez, Olympisches Urgestein in der 49er Klasse – sie sorgen für ein entsprechend hohes Niveau im Startfeld der Full Foiling Nacra17.

Trotzdem ist für Zajac klar: „Das wird für alle ein Austesten. Wir beschreiben ein komplett weißes Blatt neu. In Kiel werden sich alle gegenseitig beobachten und es bleibt abzuwarten, wie viel Risiko die Teams eingehen werden. Egal, wer sich am Ende den Europameistertitel holt, wirklich aussagekräftig ist das nicht. Die Teams stehen mit ihrer Arbeit erst am Anfang. Erst kommenden Frühjahr, wenn also alle Teams mehrere Monate trainiert haben, werden sich neue Favoriten herauskristallisieren.“

Zurück im Spiel
Die Karten neu mischen wollen auch Benjamin Bildstein und David Hussl. Das 49er Duo kehrt nun nach mehrwöchiger Pause, bedingt durch die schweren Verletzungen, die sich Bildstein Mitte Mai in Santander zugezogen hatte, mit der EM in Kiel in den internationalen Rennzirkus zurück.

„Bildstein/ Hussl wollen zurück ins Spiel kommen und das werden sie auch schaffen. Sicher werden sie in den kommenden Tagen einige gute Wettfahrtsergebnisse abliefern, auch wenn die Kontinuität über die ganze EM noch schwierig werden könnte. Die Zeit seit der Genesung ist noch kurz“, prognostiziert Georg Fundak das Comeback seiner Schützlinge.

Benjamin Bildstein ist ob der bevorstehenden Rückkehr jedenfalls voller Vorfreude: „Es hat seine Zeit gebraucht, aber jetzt bin ich endlich schmerzfrei und wir wollen dort fortsetzen, wo wir im Frühjahr aufgehört haben. Natürlich haben wir im Vergleich mit den anderen Teams jetzt einen Trainingsrückstand und wir können nicht damit rechnen, ganz vorne mit dabei zu sein. Ziel ist, dass wir uns im Laufe der Regatta steigern können. Der Fokus liegt nicht auf einer Platzierung, sondern auf unserer persönlichen Entwicklung. Wir wollen den Anschluss an die Spitze schaffen.“

In jedem Fall ist das OeSV –Duo mit einem großen Teilnehmerfeld konfrontiert, über 90 Boote sind in der 49er Klasse gemeldet. Bestens vertraut mit dem Revier sind die Sieger der Kieler Woche, die sich allesamt nun an der Startlinie wieder vereint sehen – von David Gilmour/Joel Turner (Gold), und Will und Sam Phillips (Bronze), alle aus Australien, bis hin zu Łukasz Przybytek/Pawel Kołodziński (Silber) aus Polen.

Lernprozess im Vordergrund
Für die zwei österreichischen 49erFX-Damen-Teams dient die EM in Kiel dazu, mehr Sicherheit und Routine im Wettfahrtsgeschehen zu bekommen, wie der OeSV – Sportdirektor umreißt: „Tanja Frank und Lorena Abicht zeigen im Training schon sehr reife Leistung. Diese gilt es aber auch unter Druck und in Stresssituationen abrufen zu können. Das gelingt noch nicht immer. Sie sind noch ein junges Team in der Lernphase und es ist logisch, dass man in so kurzer Zeit, den Abstand zu den routinierten Teams nicht aufholen kann. Aber sie machen ihre Sache gut und sie werden von den anderen Teams beobachtet.“

Tanja Frank und Lorena Abicht sind bereits seit Anfang der Woche in Kiel, um sich im EM-Revier einzustimmen: „Uns geht es gut. Wir hatten die letzten Tage mit schwierigen Bedingungen zu kämpfen, der ablandige, drehende und böige Wind hat uns zu schaffen gemacht. Morgen wird noch unser Boot ganz streng gewogen und vermessen und am Samstag haben wir noch einen Layday. Wir sind auf alles eingestellt und lassen die EM einfach auf uns zukommen. Wir wollen so viel wie möglich lernen, um unsere Trainingsleistung auch in der Regatta umsetzen zu können.“

Glück im Unglück hatten Angelika Kohlendorfer und Lisa Farthofer, die als zweites OeSV-Boot bei 49er FX – EM an den Start gehen sollen. Farthofer hatte sich vergangen Montag beim Training einen Nerv eingeklemmt, dass an Segeln vorerst nicht zu denken war. Mit Laura Schöfegger konnte jedoch kurzfristig ein ebenbürtiger Ersatz für die verletzte Vorschoterin gefunden werden.

„Ich bin happy, dass Laura so spontan als Ersatz eingesprungen ist. Sonst könnte ich nicht Segeln. Wir werden heute nochmal den Tag fürs Training nützen. Alles weitere und ob Lisa doch an den Start gehen kann, wird sich hoffentlich bis Samstag zeigen,“ so Kohlendorfer.

Auch die 49er FX – Klasse wartet diesmal in Kiel mit einem großen Startfeld auf, die rund 70 Boote unterstreichen die Popularität der Klasse.

EM-Fahrplan
Für die 49er und 49erFX beginnt die Medaillenjagd mit der Qualifikation bereits am Sonntag, 30. Juli, Bis inklusive Dienstag, 1. August, geht es ums Punktesammeln und damit um die Tür zur Goldfleet, zu der sich je 20 Boote bei den 49er und 20 Boote bei den 49er FX qualifizieren. Ab Mittwoch stehen die Finalseries am Programm, bevor es am Freitag, 4. August, in den Medal Races zur Titelsache geht.

Die Nacra17 – Klasse starten erst am Montag, 31.Juli 2017. Ab Mittwoch segeln 24 Boote in der Goldfleet, bevor es ebenfalls am Freitag, 4. August, zum großen Showdown kommt.
Mag. Anna Sollereder.

Sämtliche Ergebnisse und Informationen finden Sie unter:
http://49er.org/event/2017-european-championship
http://nacra17.org/events/2017-european-championship

Kohlendorfer/Farthofer, Foto: © David Pichler
Bildstein/Hussl, Foto: ©David Pichler

Regattabüro und Regattaleiter laufen in den Hafen der Ehe ein!

Der Regattaleiter des Segler-Verein Staad, Jürgen Birkle und Elke Würth gaben sich auf Ihrem 30qm Jollenkreuzer „Bazi“ das Ja-Wort.

Kurz vor der Trauung goss es noch in Strömen, doch Petrus hatte ein Einsehen und pünktlich zur Trauung schloss der Himmel seine Schleusen. Zum Ja-Wort und Ringtausch schob die Sonne die Wolken bei Seite und lachte dem glücklichen Brautpaar entgegen. Der einsetzende Süd-Ostwind mit 4 bft. machte die Seglerhochzeit im Staader Hafen perfekt.

Wir wünschen dem Brautpaar für Ihre gemeinsame Zukunft alles Gute und immer eine Handbreit Wasser unter dem Schwert. Stefan Bleich, SVS.

Titelkämpfe spitzen sich allmählich zu

Der Wind zur 128. Travemünder Woche treibt weiter ein buntes Spiel mit den Jugend- und Jüngstenseglern auf den fünf Regatta-Bahnen. Doch in einem Windszenario mit einer Unterbrechung im Laufe des Nachmittags, als die leichte Brise zusammenbrach und sich erst neu aufbauen musste, gelang es den Wettfahrtleiterteams die Deutschen Jugend- und Jüngstenmeisterschaften weiter voranzubringen. Für die Klassen mit den großen Starterfeldern (Optimist, Laser Radial und 420er) endeten mit dem Donnerstag die Qualifikationsserien. Die Athleten werden nun ihrem Listenstand entsprechend in die finalen Gruppen eingeteilt, um in den verbleibenden beiden Tagen in den Goldflotten die Meister zu küren.
Felix Kupkyund Leonard Beyer surfen bzw. segeln vor Travemünde auf Titelkurs. Fotos: segel-bilder.de
Bic Techno 293/Bic Techno 293 Plus
Die starke Serie von Felix Kupky (Berlin) mit zwei Siegen und einem zweiten Platz bei den Techno 293 bekam am Donnerstag eine kleine Delle. Doch nach dem vierten Platz zum Tagesstart konnte er einen weiteren zweiten Platz einfahren. Etwas getrübt wurde seine Laune dann in der dritten Wettfahrt. Nach schwierigem Beginn hatte er sich in die Führungsposition vorgearbeitet, doch dann brach die Wettfahrtleitung das Rennen mangels Wind ab. „Das war schon ärgerlich. Denn genau in dem Moment als abgeschossen wurde, kam der Wind wieder“, so Kupky, der erklärte, dass ihm die extremen Leichtwindbedingungen nicht so liegen. „Dann sind andere, leichtere Surfer im Vorteil.“ Doch mit den anderen Winden kommt er gut klar, so dass er mit einer vorderen Platzierung bei der Meisterschaft gerechnet hat. „Ich trainiere zweimal in der Woche in Berlin und habe auch ein paar Blocktrainings auf dem Gardasee und in Surendorf gemacht. Dass es hier aber so gut läuft, hätte ich nicht gedacht.“ Samy Vielhuber vom Chiemsee hat mit zwei Tagessiegen am heutigen Tag den Abstand allerdings etwas verkürzt, so dass der Titelkampf noch nicht entschieden ist.
Das gilt auch für die Surfer in der Plus-Version des Nachwuchs-Boards. Selina Horber (Chiemsee) und Richard Sprenger (Paderborn) liefern sich hier ein enges Duell, mit aktuellen Vorteilen für Selina.
Optimist
Die Regatta der jüngsten Segler zur TW wird zum internationalen Bruder-Duell an der Spitze. Nach acht Wettfahrten der Optimisten hat Mik Mohr die Führung vor Roko Mohr übernommen. Mic, der gerade bei der Opti-WM auf Rang drei gesegelt ist, führt allerdings das Nationen-Kennzeichen von Costa Rica im Segel, Roko segelt mit der „GER“. Tatsächlich stammen beide aus Plau in Mecklenburg und hatten zwischenzeitlich mit der Familie den Wohnsitz nach Costa Rica verlegt. Der bisher Führende, Johann Emmer (Lehnin), leistete sich am Donnerstag einen Ausrutscher und ist auf Rang drei abgerutscht. Bester Akteur aus dem WM-Kader der deutschen Klassenvereinigung ist Mewes Wieduwild (Berlin) als Siebter. Von der WM in Thailand kehrte er gerade mit einem 58. Rang zurück.

Teeny
Bei der Zweimann-Jüngstenklasse steckt die größte Spannung in der Spitze im Kampf um Platz zwei. Während sich die Spitzenreiter Stefan Schmidt/Moritz Kretschmar (Seeburger See) bereits einen komfortablen Vorsprung erarbeitet haben, sind die Verfolger Carlotta Meyer/Constantin von Camron (Dümmer) sowie Nik und Oke Nommensen (Plön) punktgleich. Und auch Tim Arne Kohlschmidt/Justus Kaminski (Phönixsee) haben nur einen Zähler Rückstand und werden noch in den Medaillenkampf eingreifen wollen.

Europe
Das lange Warten auf den richtigen Wind zahlte sich für die Europes aus. Denn als sie auf die Bahn gelassen wurde, hatten sich die Bedingungen stabilisiert und es gelangen faire Rennen. Für Robert Zink lief es dabei ganz nach Wunsch. Der junge Segler von der Stevertalsperre setzte sich mit Top-Ergebnissen von der Konkurrenz ab. Er trotzt damit auch der Frühstart-Disqualifikation vom zweiten Regattatag, die er aktuell aus den Ergebnissen streichen kann. „Aktuell bin ich gelassen, da sich auch die anderen fast alle einen Ausrutscher geleistet haben. Aber mehr als einen zweiten Streicher sollte man sich natürlich nicht leisten“, so Zink. Zur IDJM war er mit der Ambition angereist, in den Top-5 zu landen. Nach dem Vorbereitungstraining hatte er aber gemerkt, dass es gut lief, und auf eine Podiumsplatzierung gehofft. „Jetzt würde ich natürlich gern, die Position eins verteidigen.“ Die beiden Verfolger Johann Tammen (Kiel) und Vincent Schrader (Hüde) haben zwar beide schon zwölf Punkte Rückstand, dennoch behält Robert Zink sie im Auge. „Schon in der bisherigen Saison haben sie sich als sehr stark erwiesen.“

Zu einer Titelfahrt mit Ansage wird die Travemünder Woche für Leonard Beyer. Der Hamburger hat nach zwei Drittel der Meisterschaftsrennen in der O'pen-Bic-Klasse weiterhin die Führung inne. Der junge Segler ist mit der Zielsetzung angereist, in der Lübecker Bucht Deutscher Jugendmeister zu werden. Und er kennt das Revier auch bestens, denn als Mitglied der SGJ in Niendorf segelt er praktisch in seinem Wohnzimmer. Ken Izuki mit der japanischen Kennung im Segeln lässt indes nicht locker und hat nach zwölf Wettfahrten nur acht Punkte Rückstand. Im Respektsabstand folgt dann Matti Biedermann (Krefeld) auf Rang drei.

Laser 4.7/Laser Radial
Mit einem beeindruckenden Vorsprung hat Julian Hoffmann (Immenstadt) seine Titelambitionen untermauert. Nach sieben Wettfahrten hat er vor Verfolger Till Wanser (Hamburg) satte 26 Punkte Vorsprung. Einen Führungswechsel gab es bei den Laser Radial. Laura Schewe aus Kiel verweist hier die große Flotte von 105 Konkurrenten und Konkurrentinnen auf die weiteren Plätze.

29er
Nach zwei Segeltagen in der Spitze des Meisterschaftsfeldes musste die 29er-Crew Moritz Buck/Luca Schneider (Radolfzell) am Donnerstag kräftig Federn lassen. Eine Frühstart-Disqualifikation wirkte sich teuer aus, da die Mannschaft nun einen 34. Rang in die Wertung einbringen muss und auf Platz acht abrutschte. Damit rücken die Titelverteidiger Paul Pietzcker/Linus von Oppen (Berlin) wieder in die Rolle der besten deutschen Mannschaft. Allerdings haben sie beim Sturm auf das Podium noch ein ausländisches Trio vor sich. Das Ranking der ersten Drei heißt weiterhin Norwegen (Mathias Berthet/Alexander Franks Penty) vor den Niederlanden (Tess Wilschut/Femke van den Berg) und Schweden (Oscar Engström/Hugo Westberg).

420er
Schritt für Schritt arbeiten sich die Titelfavoriten bei den 420ern, Daniel Göttlich/Linus Klasen (Berlin) an die Spitze heran. Nach acht Rennen sind sie um einen Punkt an die Führenden, Theresa Steinlein/Lina Plettner (Bayerischer YC), herangerückt. Aber das Mädchen-Duo gibt sich kaum eine Blöße, segelt weiter Platzierungen in den Top-5. Auf Rang drei folgen Finn und Lasse Kenter (Seeshaupt), während Titelverteidiger Philipp Royla (Uerdingen) mit Kim Fernholz auf den vierten Platz abgerutscht ist.

Pirat
Nach gerade mal etwas mehr als der Hälfte der Meisterschaftsrennen scheinen die Piraten Tobias Call/Nick Houben (Aachen), das Kaltgetränk für die Titelfeier schon kaltstellen zu können. Mit fünf Siegen und einem zweiten und vierten Platz in den sieben Wettfahrten zeigen sie keinerlei Schwächen im Feld der 27 Konkurrenten. Niklas Hellwig/Lena Harder (Wedel-Schulau) sowie Robin Call/Henrik Junge (Aachen) folgen mit jeweils 16 Punkten Rückstand auf den Medaillenplätzen.
Ergebnisse > 

Weitere News:

Teeny: eine Klasse, die Medaillen schaffen kann > 
Stefan Schmidt/Moritz Kretschmar segeln in der Teeny-Klasse der Konkurrenz davon. Foto: segel-bilder.de
Strategiespiel für die Kleinsten >
Im Gegensatz zu den Meisterschaftsrennen, wenn riesige Flotten auf der Bahn sind,
segeln beim Team Race nur acht Optis gemeinsam auf dem Kurs. Foto: segel-bilder.de
Erfolgreicher Start in die Nacht >
Vom Start vor Travemünde geht es für die elf Yachten
durch die Nacht in Richtung Fehmarn. Foto: Udo Ott

Donnerstag, 27. Juli 2017

Entweder Wind - oder Flaute

Die Serie der Mittwochsregatten in der Bregenzer Bucht war in diesem Jahr von Extremen gezeichnet. Entweder es hatte sehr viel Wind am Mittwochabend - oder gar keinen. „Das war schon komisch,“ meinte Organisator Oliver Böhler vom YCB bei der Siegerehrung im gastgebenden Lindauer Segler-Club. „So etwas dazwischen, mal eine Mittwochsregatta mit etwas weniger Wind, hatten wir nicht.“ Dementsprechend gab es in den Vielwindwettfahrten auch häufigere Schäden und Zusammenstöße. „Die Mittwochsregatta ist zum üben, zum trainieren da. Und manche Crews waren bei dem vielen Wind leicht überfordert,“ so Böhler.

In der Klasse eins siegte Stefan Rausch vom Lindauer Segler-Club mit seiner 1D35, in der Klasse zwei gewann Florian Sporer vom Lochauer Yachtclub auf einer Luffe 37. In der Klasse drei war der für den Yacht Club Bregenz startende Niederländer Veraar Jeroen mit der Shark 24 erfolgreich. Und bei den Sportbooten gewann Julius Trippolt vom YCB auf einer Esse 850.

Zwölf Wettfahrten waren insgesamt ausgeschrieben - sechs konnten nach Yardstick gewertet werden. Insgesamt wurden 56 Boote gewertet.

Die Serie der Mittwochsregatten beginnt Anfang Mai und schließt Ende Juli mit der Siegerehrung ab. Sie wird gemeinschaftlich organisiert von den Vereinen Lindauer Segler-Club, Lochauer Yachtclub, Bregenzer Segel-Club, Yacht Club Bregenz, Yachtclub Hard und dem Yacht-Club Rheindelta. Stephan Frank, Presse LSC.

Ergebnisse 2017 >>

Die Sieger der Midweek 2017: Florian Sporer, Jeroen Veraar, Julius Trippolt, Stefan Rausch. Foto: © Heine

Tornado Europameisterschaft 2017

Silvia und Dietmar Salzmann gewinnen bei der Euro am Comersee, Centro Vela Dervio, Italy die Bronzemedaille in der Mixed Wertung. Europameister sind wieder die Griechen, Nikolaos Mavros und Alexandros Tagaropoulos vor Marcel und Joerg Steiner aus der Schweiz.

Die Tornado Segler vom YC-Rheindelta segelten auch in offenen Wertung wieder mit und erreichten im Gesamtfeld der 8 Nationen nach 8 Wettfahrten die Ränge

11. Silvia und Dietmar Salzmann
17. Heinz Böhler und Markus Pinggera
18. Roland und Tobias Marth

Kurt Heinzle, Pressewart  YCRhd.

Dietmar und Silvia Salzmann, Foto: © Centro Vela Dervio
EM 2017 Preisverteilung, Foto: © Centro Vela Dervio

Mittwoch, 26. Juli 2017

FSD Bodensee mit diversen Rettungseinsätzen

Der Freiwillige Seenot-Dienst e.V. (FSD) konnte auch im Juli wieder einigen Wassersportlern helfen und aus Notlagen befreien. Immer wieder wird danach unser Revierobman Thomas Ball aus Lindau gefragt, ob es eine zentrale Rufnummer für Wassersportler gibt, die Ihnen bei Problemen als Hotline zur Verfügung steht um Hilfe anfordern zu können. Dies kann und will der Verein jedoch nicht leisten. Wir empfehlen Wassersportlern in Notsituation sich immer über die üblichen Notsignale bemerkbar zu machen und über die Notrufnummern die zuständigen Rettungsleitstellen zu informieren, so dass die zuständigen Rettungseinheiten rechtzeitig informiert werden.


Das Ziel des Vereins ist die Ausbildung von Wassersportlern um vor Ort Hilfe zu leisten oder auch bei kleineren Schwierigkeiten wie Problemen mit dem Antrieb Unterstützung zu geben. Dies aber immer in Hinblick auf die übliche Hilfeleistung im Rahmen einer guten Seemannschaft und nicht als vergleichbare Organisation eines Pannendienstes oder einer Rettungsorganisation innerhalb der Rettungskette. Wie den aufgeführten Einsätzen zu entnehmen ist, informieren wir bei unklaren oder schwerwiegenden Situationen auch selbst sofort die zuständigen Rettungskräfte. Der FSD am Bodensee freut sich zudem über aktuell drei neue Mitglieder, die mit ihren Booten auf dem Wasser auch immer wieder anderen Menschen in Notsituationen helfen werden und rüstet sie mit dem üblichen Equipment des FSD, einem SAN-Rucksack, Wurfleine und Rettungsweste gerade aus.

Dienstag, 4. Juli: Abschlepphilfe für einen Jollensegler bei Flaute
Nach einem Anruf bei Daniel Sandau half unser Mitglied Dieter Striegel mit seinem Boot einem Jollensegler wieder zurück nach Bad Schachen. Der Segler kam am Dienstagabend in eine Flaute und Dieter Striegel konnte ihn mit Daniel Sandau abschleppen, so dass er komfortabel den Heimathafen wieder erreichen konnte.

Donnerstag, 6. Juli: Wings for Handicapped e.V. auf Bodenseetour

Anfang Juli war wieder Jörg Leonhardt auf Bodenseetour mit seinem Motorboot Hoppetosse. Bei seiner Station in Lindau, am Steg unseres FSD Mitglieds Daniel Sandau halfen auch Mitglieder des FSD am Steg den zahlreichen behinderten Kindern beim Ein- und Ausstieg in das Boot. Im Einsatz waren neben Daniel und Jörg Sandau, Hans Gerrer, Dieter Striegel und Hubert Pröller um den Kindern schöne Stunden auf dem See zu ermöglichen.

Mittwoch, 12. Juli: Gekenterte Segeljolle vor Wasserburg
Gegen 16.30 Uhr beobachtet Jörg Fischer von seiner Segelschule in Wasserburg, dass ca. ein Kilometer vor der Halbinsel eine gekenterte Segeljolle. Offensichtlich schaffte es die Besatzung nicht mehr selbst die gekenterte Jolle aufzurichten. Jörg Fischer für mit einer Begleitung an die Unfallstelle und unterstützen die beiden jugendlichen Segler beim Aufrichten ihrer Jolle. Nach kurzer Zeit wurde aber klar, dass die Jugendlichen bei zwischenzeitlich auf fünf Beaufort aufgefrischten Wind deutlich überfordert waren. So setzte einer der Segellehrer mit über auf die Jolle und half den Beiden zurück in die Eschbachbucht nach Wasserburg.

Mittwoch, 19. Juli: Unterstützung bei Starkwind
Dieter Striegel half am Mittwoch ein Badeboot wieder sicher an Land zu bringen. Nach einem Anruf am Steg von Daniel Sandau fuhr unser Mitglied Dieter Striegel mit einer Begleitperson in Richtung Seezeichen 66 vor Lindau und half den drei Erwachsenen bei Sturmwarnung mit ihrem Badeboot, Luftmatratze und Wasserspielzeug wieder zurück in den Kleinen See. Selbstverständlich wurden die paddelnden Wassersportler noch auf die Bedeutung der Stark- und Sturmwarnung am Bodensee hingewiesen.

Montag, 24. Juli: Rettung eines Laser Seglers vor Wasserburg

Gegen 19:45 Uhr wurde Jörg Fischer angerufen, dass vor Wasserburg eine Jolle gekentert ist, dabei der Mast brach und sich eine Person im Wasser befand. Er machte sich sofort auf den Weg in den Hafen und alarmierte auf der Anfahrt zugleich die Feuerwehr Wasserburg. Schnell konnte das Boot ausfindig gemacht werden und der Laser, die Mastteile und natürlich der Segler wurden sicher zurück an Land gebracht. Hierzu kam das Motorboot „Augustin Sumser“ der Segelschule zum Einsatz, welches auch als registriertes Motorboot für den FSD eingesetzt wird. Die zwischenzeitlich eingetroffene Feuerwehr wurde glücklicherweise nicht mehr benötigt, doch der FSD bedankt sich für die Unterstützung und Einsatzbereitschaft!

Premiere am Tiroler Achense

Zur Halbzeit der Saison 2017 wartet die Österreichische Segel-Bundesliga erneut mit einer Premiere auf. Erstmals in ihrer nunmehr dreijährigen Erfolgsgeschichte gastiert die Liga mit den 18 Top-Segelvereinen vom 4. bis 6. August am Tiroler Achensee. Gastgeber ist der SCTWV Achensee, der mit seinem Team auch den Vizemeister aus 2016 stellte und aktuell in der Gesamttabelle auf Rang 2, punktegleich mit dem UYC Wolfgangsee liegt. Als Führender und damit Gejagter reist das Team vom Burgenländischen Yacht Club an Tirols größten See.

Österreichische Segel-Bundesliga - (©) SBL/Schreder
Neues Revier, neues Glück
Die Österreichische Segel-Bundesliga macht in der aktuellen Saison ihrem Namen alle Ehre. Spannende Wettfahrten, ein konstant hohes seglerisches Niveau der teilnehmenden Vereine und ein Tabellenzwischenstand, der für die zwei verbleibenden Ligawochenenden noch so einigen Interpretationsspielraum offen lässt. Nicht zu Letzt am Neusiedlersee - beim Tourstopp in Breitenbrunn - wurden Punktestand und damit auch die Platzierungen ordentlich durchgemischt.

Es sind auch die Gegensätze der verschiedenen Segelreviere, die den Reiz der Liga ausmachen und damit die Spannung über den gesamten Saisonverlauf hoch halten. Dies gilt nun einmal mehr am Achensee, wo die Ligavereine gefordert sind, sich in einem komplett neuen Revier zu beweisen.

„Der Tiroler Achsensee liegt auf rund 930 Meter Meereshöhe, er ist ein Gebirgssee umgeben von Bergen. Der Unterschied zum Steppensee Neusiedlersee, wo unser letzter Tourstopp stattfand, könnte damit größer nicht sein. Der Achensee ist bekannt für seine spezielle Thermik. Es wird sehr spannend, wie sich die Teams auf diese Bedingungen einstellen können und wer damit am besten zu Recht kommt“, freut sich Wolfgang Schreder, Obmann der Österreichischen Segel – Bundesliga, auf die Premiere in Tirol.

Heimvorteil am Tiroler Meer
Am Neusiedlersee konnte sich der Burgenländische Yachtclub (BYC) an die Tabellenspitze setzen, ihm reichte ein zweiter Platz im Heimatrevier um die Gesamtführung zu übernehmen. Doch ein Ausruhen auf den Lorbeeren wird es nicht spielen, sind ihm doch der UYC Wolfgangsee, der sich den Regattasieg im Burgenland sicherte, und der SCTWV Achensee mit nur je einem Punkt Abstand dicht auf den Fersen.

Vor allem für die Tiroler geht es um mehr als nur Punkte, der Vizemeister aus 2016 will im Heimatrevier auch die Ehre verteidigen, wie Caro Flatscher, Olympiateilnehmerin und Teil des Segelbundesliga-Teams des SCTWV, erklärt: „Wir sind jetzt erstmals in der Doppelrolle, Gastgeber und gleichzeitig Competitor der Bundesliga zu sein. Als Hausherr wollen wir natürlich für optimale Bedingungen und einen reibungslosen Ablauf sorgen, damit der Achensee in bester Erinnerung bleibt. Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren, denn das Bojen- und Kurslegen verlangt bei der Wassertiefe einiges an Zeit. Aber die Vorfreude ist groß und es packen alle verfügbaren Hände mit an. Mit dem bevorstehenden Matchrace am kommenden Wochenende haben wir den perfekten Probegalopp. Die Ligaclubs dürfen sich hoffentlich auf gute Windverhältnisse – in der Regel bietet der Achensee sehr verlässlich Südwind in der Früh und Nordwind am Nachmittag – und natürlich eine einzigartige Kulisse mit den hohen Bergen freuen. Aus sportlicher Sicht wollen wir natürlich hier daheim gewinnen. Wobei wir wissen, dass viele Segler das Revier seit ihrer Jugend gut kennen. Aber für uns ist es ein Heimspiel im eigenen Stadion, die Unterstützung durch den Club, Familie und Freunde ist da groß wie nie.“

Mit dem SAP Sailing Analytics Tool live dabei
Längst sind es nicht mehr allein Erfahrung, perfektes Material und hartes Training, die im Profi- Segelsport zum Erfolg führen. Segler müssen Analysten sein. Genau wie Führungskräfte bedienen sich auch Hochleistungssportler heutzutage neuester Computertechnologien, um ihre Leistungen zu optimieren und dadurch ihre Erfolgschancen im Wettbewerb zu erhöhen. Dies zeigen nicht zuletzt die Erfolge der Deutschen Segel-Nationalmannschaft, die seit nun mehr drei Jahren auf die innovativen Technologien von SAP Analytics setzt. Seit dem Auftakt 2015 ist das SAP Sailing Analytics Tool auch in der Österreichischen Segel-Bundesliga im Einsatz.

Die SAP Sailing Analytics ermöglichen die Auswertung von unterschiedlichen Performance- Daten der Segelteams am Wasser in Echtzeit. Mittels GPS-Positionen, Windmessern und ergänzenden Videobildern, können Bootsgeschwindigkeiten, die Qualität von Manövern und das strategisch – taktische Verhalten anschaulich dargestellt werden. Die Daten werden von den Regattabooten gesendet, die Winddaten auf dem Motorboot erfasst. Durch die Visualisierung der Segel-Performance-Daten gewinnen Segler wie Trainer faktenbasierte Einsichten, die bisher bestenfalls intuitiv erfasst werden konnten.

An Land können die Regatten von den Fans und den Teams live oder im Replay über das Internet verfolgt werden. Mag. Anna Sollereder, Österreichische Segelbundesliga.

Aktueller Tabellenstand Österreichische Segel-Bundesliga 2017 >>

Alle Informationen auf www.segelbundesliga.at
Facebook: https://www.facebook.com/Österreichische-Segel-Bundesliga

LSC wird 14. in Travemünde

Der Lindauer Segler-Club ist bei der Segelbundesliga in Travemünde auf dem 14. Platz gelandet. “Wir haben viele kleine Fehler gemacht, und bei dem knappen und eng zusammenliegenden Feld sorgt das dafür, dass wir nach hinten gerutscht sind,” analysierte Steuermann Veit Hemmeter das Resultat. “Dazu kommt, dass wir das erste Mal in der Konstellation zusammen gesegelt sind.” Der LSC startete mit Veit Hemmeter und Teresa Hemmeter, Martin Hostenkamp und Yannick Netzband.

LSC-Team in Travemünde, Foto: © DSBL/Lars Wehrmann

Der Wind war in Travemünde häufig drehend, die Bandbreite reichte von wenig bis vier Beaufort.

In der Gesamtwertung liegt der LSC jetzt auf Platz zehn, allerdings nur einen Punkt hinter dem siebten. In der Gesamtwertung führt der Segel- und Motorboot Club Überlingen, der Württembergische Yacht-Club ist 15. Stephan Frank, LSC.

Ergebnisse Travemünde > / Zwischenrangliste 2017 >

Straffes Programm für die Laser-Favoriten

Gestern noch Laser 4.7 Weltmeisterschaft in Niewpoort/Belgien, ab morgen Internationale Deutsche Jugendmeisterschaft (IDJM) in Travemünde. So sieht es der Zeitplan für die Laser-Segler Julia Büsselberg (Berlin) und Julian Hoffmann (Allgäu) vor.

Julia Büsselberg (oben) und Julian Hoffmann (hier Fotos aus dem Vorjahr)
kommen direkt von der Weltmeisterschaft zur IDJM nach Travemünde. Fotos: segel-bilder.de
Nachdem Julia bei den ersten WM-Wettfahrten bisweilen die Führung bei den weltweiten Titelkämpfen in Belgien innehatte, segelte sie in der Goldfleet der Mädchen am Ende auf den 4. Platz und verpasste damit nur knapp das Podium. „Es hätte eigentlich besser laufen können“, schildert die ehemalige U16-Weltmeisterin der Laser 4.7. „Aber dafür, dass ich in die letzten drei Rennen krankheitsbedingt geschwächt gestartet bin, war es am Ende eigentlich noch ganz gut.“ Noch immer körperlich etwas angeschlagen, sieht Julia der Internationalen Deutschen Meisterschaft „etwas entspannter entgegen“. Es sei eine gute Vorbereitung für die Laser Radial Weltmeisterschaft, die vom 11. bis zum 18. August in Medemblik/Niederlande stattfinden wird. Schon zur IDJM geht die Berlinerin im Laser Radial an den Start. Im vergangenen Jahr gewann sie vor Travemünde im Laser 4.7 Gold.

Der aus dem Allgäu stammende Julian Hoffmann holte sich bei der gerade zu Ende gegangenen WM in der Gruppe U16 die Silbermedaille. In der Gesamtplatzierung belegte er den 12. Platz nach zehn Wettfahrten. Mit Travemünde verbindet er gute Erinnerungen. Vor einem Jahr wurde er hier Deutscher Vize-Jugendmeister.


Bernd Buchert, Vorsitzender der deutschen Klassenvereinigung der Laser, erzählt begeistert, dass er und die Klassenvereinigung „sehr stolz sind auf Julia und Julian. Sie haben beide eine außergewöhnlich Leistung gezeigt, die gar nicht hoch genug einzuschätzen ist“. Für die IDJM kann der Vorsitzende die Chancen schwer einschätzen: „Beide sind sagenhafte Segler auf ganz hohem Niveau, aber die Belastung war für Julian und Julia enorm. Nicht nur, weil die Bedingungen in Niewpoort sehr hart waren, sondern auch, weil die Segler eine anschließend lange Anreise hinter sich bringen mussten. Es ist abzuwarten, wie die IDJM so direkt nach der WM verläuft.“ Die deutsche Klassenvereinigung der Laser mit ihren rund 1.300 Mitgliedern sei stolz, mit solch starken Seglern im internationalen Feld vertreten zu sein. Nicht nur Julia und Julian, auch der Junioren-Europameister Nico Naujock (Berlin) und Vize-Europameisterin Theresa Wierschin (Greifswald) zählen dazu. Beide werden ebenso ab morgen um den IDJM-Titel im Laser Radial segeln.

Insgesamt gehen bei den Laser Radial 111 Boote an den Start. Wenn nicht parallel zu Travemünde die Laser U21 Weltmeisterschaft in Niewpoort/Belgien beginnen würde, wäre das Feld noch stärker besetzt. Im Feld der Laser-4.7-Meisterschaft sind 64 Segler vertreten, die ab morgen um den Meistertitel regattieren. Ergebnisse Trias und andere >

Dienstag, 25. Juli 2017

Der Lindauer Segler-Club macht Schule

Der Lindauer Segler-Club bringt Lindauer Schüler zum Segeln. "Das ist ziemlich cool," meinte Carlotta vom Valentin-Heider-Gymnasium, als sie wieder vom Schulboot stieg, einem reinrassigen Regattaschiff vom Typ J70. Für die Schülerinnen und Schüler der neunte Klasse war es ein Abenteuer: "Wir haben sogar einen Sonnenschuss gemacht." Dazu muss man wissen, dass Regattasegler Sonnenschüsse tunlichst vermeiden, das Boot liegt dabei schwer kontrollierbar auf der Seite.

"Es war auch kein richtiger Sonnenschuss," meinte Samuel Störr. Der 17-Jährige ist selbst Schüler am Valentin-Heider-Gymnasium und leitet die Segel-AG. "Ich habe nur einen Sonnenschuss angedeutet, damit sie sehen, was das ist - und wie man wieder rauskommt." Und dann macht bei wenig Wind, 23 Grad Wassertemperatur und über 30 Grad Lufttemperatur ein eventuelles Bad im Bodensee so ziemlich gar nichts aus.

Samuel weiß, wie ein Boot funktioniert, er ist LSC-Mitglied und Deutscher Jugendmeister im 420er. Mit so viel seglerischer Autorität versehen, hörten die Schülerinnen und Schüler ihrem Lehrer sogar gebannt zu, als er in einer Flautenstunde an der Tafel die Theorie von Wende und Halse erklärte und wann der Bug und wann das Heck durch den Wind geht.

"Wir können nicht warten, bis die Nachwuchssegler zu uns kommen," so LSC-Jüngstenwart Markus Mayer. "Wir müssen die Kinder und Jugendlichen in der Schule abholen, und wir wollen ihnen zeigen, dass Segeln zu Unrecht einen elitären Ruf hat. Das kann sehr sportlich sein, aber es macht immer Spaß." Die Zusammenarbeit mit dem Valentin-Heider-Gymnasium soll in den nächsten Wochen fortgesetzt werden, die Segel-AG ist offen für alle Schüler des VHG.

"Es gibt aber noch weitere Schulen in Lindau," sagt LSC-Jugendwart Paul Käser. Zusammen mit Alex Kickl ging er mit Schülern des Bodenseegymnasiums ebenfalls aufs Wasser. "Man muss nur die Fotos anschauen, wie viel Spaß es den Buben gemacht hat." Im Bogy wird sich der LSC auch an den Wassersporttagen beteiligen. "Es ist eine gemeinsame Neigung, die die Segler aller Schulen eint," so Thomas Schmidt, Sportlehrer am Bodenseegymnasium.

Und ein Schnuppersegeln gab es auch bereits mit der Grundschule in Reutin, da kamen 22 Schüler der vierten Klasse in den LSC, segelten auf stabilen Yachten und grillten anschließend an der Schräge im Club. Übrigens: ein Junge hat sich gleich in der Optigruppe des LSC angemeldet. Stephan Frank, LSC. Weitere Informationen unter www.lsc.de

Foto: Frank
Foto: Schmidt
Foto: Störr
Foto: Störr