Sonntag, 24. September 2017

Yacht Club Costa Smeralda weiter an der Spitze

Es war ein langer Tag für die 32 teilnehmenden Teams beim Audi SAILING Champions League-Finale in Porto Cervo: gestern wurde der neunte von zwölf Flights absolviert und somit sind insgesamt seit Freitag schon 36 Rennen gesegelt worden, bevor am Sonntag die entscheidenden 12 Rennen folgen. Bislang kann der Gastgeber Yacht Club Costa Smeralda seinen ersten Platz mit einem Vorsprung von nur einem Punkt verteidigen. Das heutige  Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Schweizer Verfolger Société Nautique de Genève wird also spannend.

Der 2. Tag verlief planmäßig und um 10.00 Uhr startete das erste von 22 Rennen. Über sieben Stunden lang segelten die Teams aus 14 Ländern bei südöstlichen Winden bei 11 -13 Knoten Windgeschwindigkeit in kurzen Rennen gegeneinander. Und die waren denkbar knapp und geprägt von packenden Positionskämpfen, denn heute zählte jeder Punkt für den Gesamtsieg. Heute ging es vor Porto Cervo um die besten Platzierungen für einen Platz auf dem Siegerpodium und den Titel "Bester Europäischer Segelclub 2017".

Das Team vom Yacht Club Costa Smeralda (Flavio Favini - Federico Michetti - Branko Brcin - Luca Faravelli) war zwar mit wechselnder Form unterwegs und mußte auch einige letzte Plätze hinnehmen, konnte sich aber am Ende durch einen Sieg im letzten Rennen die Führung in der Gesamtwertung sichern.

Der nachfolgende Schweizer Club Société Nautique de Genève (Guillaume Girod - Marc Stern - Nicolas Kauffmann - Mathieu Fischer) liegt nur einen Punkt hinter den Italienern und schaffte heute eine 5-3-1-6-2-3 Serie. An dritter Stelle folgt der russische Club Lord of the Sail - Europe (Evgeny Neugodnikov - Viacheslav Ermolenko - Iurii Popov - Sergey Musikhin), der sich durch einen Sieg im dritten Rennen eine vordere Platzierung sichert.

Heute werden die Rennen um 10.00 Uhr fortgesetzt. Nordwestliche Winde mit 7 - 10 Knoten sind angesagt. Insgesamt nehmen 32 Segelclubs aus 14 Ländern am diesjährigen Audi SAILING Champions League-Finale teil. Sie haben sich bei den Vorentscheidungen SAILING Champions League Act 1 in St. Petersburg (11.-13.8.) und Act 2 in St. Moritz (1.-3.9.) für das Finale qualifiziert.

Als Technologie Partner der SAILING Champions League wird SAP für ein professionelles Live-Stream Angebot sorgen. Jeweils Samstag und Sonntag werden die Rennen live im Internet gezeigt. Zwischen 12.00 und 16.00 Uhr werden Segelexperten und Sportreporter die Rennen kommentieren und für Jedermann verständlich machen.
Gerald Gebhardt, SAILING Champions League.

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Lord of the Sail © SCL/ Lars Wehrmann
Yacht Club Costa Smeralda © SCL/ Lars Wehrmann
Norddeutscher Regatta Verein © SCL/ Lars Wehrmann
Deutscher Touring Yacht-Club ©SCL/ Lars Wehrmann
Société Nautique de Genève © SCL/ Lars Wehrmann
Kullaviks Kanot & Kappseglingsklubb © SCL/ Lars Wehrmann
Ost Legal Sailing © SCL/ Lars Wehrmann
The Audi SAILING Champions League final 2017 is organised by the Yacht Club Costa Smeralda © SCL/ Lars Wehrmann

Samstag, 23. September 2017

YC Costa Smeralda liegt am ersten Tag in Führung

Vom 22. bis 24. September kämpfen die besten europäischen Segelclubs beim Audi SAILING Champions League-Finale in Porto Cervo, Italien, um den Titel „Bester Europäischer Segelclub“. Nach 14 Rennen liegt der gastgebende Yacht Club Costa Smeralda am ersten Tag vor Société Nautique de Genève und dem russischen Club Lord of the Sail in Führung.

Der Yacht Club Costa Smeralda (Flavio Favini - Federico Michetti - Branko Brcin - Luca Faravelli) hat drei von drei Rennen gewonnen und steht damit aktuell an der Tabellenspitze. Flavio Favini, Steuermann beim italienischen Team: "Wir haben dieses Ergebnis nicht erwartet, weil wir in den vergangenen Tagen keine Möglichkeit hatten, zu trainieren. Wir sind natürlich sehr glücklich, dass wir so einen guten Einstieg ins Finale haben.“ Mit nur einem Punkt Rückstand folgt das Schweizer Team vom Club Société Nautique de Genéve (Guillaume Girod - Marc Stern - Nicolas Kauffmann - Mathieu Fischer) mit zwei Siegen und einem zweiten Platz. Lord of the Sail – Europe (Evgeny Neugodnikov - Viacheslav Ermolenko - Iurii Popov - Sergey Musikhin) aus Russland hat bereits vier Rennen absolviert und liegt aktuell auf Rang drei.

Der Lindauer Segler-Club (Veit Hemmeter – Fabian Gielen – Martin Hastenkamp – Yannick Netzband) konnte sich den vierten Platz in der Gesamtwertung sichern.

Es sind maximal 48 Rennen für das dreitägige Segel-Event, das vom Yacht Club Costa Smeralda mit Unterstützung des Titelsponsors Audi und Quantum Sails durchgeführt wird, geplant. Am ersten Tag begannen die Rennen nach einer kurzen Wartezeit um 12.30 Uhr in der Bucht vor Porto Cervo. Bei 10-12 Knoten Wind kämpften die teilnehmenden 32 Teams in kurzen Rennen im Fleet-Race-Modus auf acht Booten der One-Design-Klasse J/70 um die besten Platzierungen.

Am Samstag ist der Start zum 15. Rennen für 10.00 Uhr geplant.

Insgesamt nehmen 32 Segelclubs aus 14 Ländern am diesjährigen Audi SAILING Champions League-Finale teil. Sie haben sich bei den Vorentscheidungen SAILING Champions League Act 1 in St. Petersburg (11.-13.8.) und Act 2 in St. Moritz (1.-3.9.) für das Finale qualifiziert.

Als Technologie Partner der SAILING Champions League wird SAP für ein professionelles Live-Stream Angebot sorgen. Jeweils Samstag und Sonntag werden die Rennen live im Internet gezeigt. Zwischen 12.00 und 16.00 Uhr werden Segelexperten und Sportreporter die Rennen kommentieren und für Jedermann verständlich darstellen.
Gerald Gebhardt, SAILING Champions League.

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Segelclub Mattsee © SCL/ Lars Wehrmann
Port Edgar Yacht Club © SCL/ Lars Wehrmann
Insgesamt sind 48 Rennen mit acht Booten der One-Design-Klasse J/70 beim
Audi SAILING Champions League Finale in Porto Cervo geplant © SCL/ Lars Wehrmann
Yacht Club Costa Smeralda © SCL/ Lars Wehrmann
Société Nautique de Genève © SCL/ Lars Wehrmann
Lord of the Sail - Europe © SCL/ Lars Wehrmann
Lindauer Segler-Club © SCL/ Lars Wehrmann
Royal Danish Yacht Club © SCL/ Lars Wehrmann

Carbon, Aluminium oder doch klassisches Mahagoni

Die Premieren beim Interboot Presse-Rundgang versprechen nicht nur Material-Vielfalt. Ob Hybrid-Boot, Segeln schneller als der Wind, auch Foilen genannt, oder eine schwimmende Sonnenliege mit Dach – die Interboot zeigt von Samstag, 23. September bis Sonntag, 1. Oktober, was die Wassersportbranche zu bieten hat. 461 Aussteller sind an Bord der 56. internationalen Wassersport-Ausstellung. 97 Messe- und Weltpremieren stehen ebenso auf dem Programm wie Shows, Wettbewerbe und Testmöglichkeiten. Eine Auswahl an Produkten wurde einen Tag vor Veranstaltungsbeginn vorgestellt.

Hybridboot mit 360-Grad-Panorama-Blick in der 10-Meter-Klasse
Die kleine Schwester der E40 als effizientes und sicheres 150-PS-Diesel-Motorboot kann optional mit Hybridmotor oder auch vollelektrisch angetrieben werden. Eine Fly- Version ist bereits in Vorbereitung. Auf einer Länge von 10,30 Metern bietet die Bavaria E34 Sedan zwei vollwertige Doppelkabinen, zwei Badezimmer und einen großen Salon mit einem 360-Grad-Panoramablick. Mitten im Salon: der zentrale Steuerstand, von dem aus während der Fahrt nicht nur ein Überblick über die Yacht gegeben ist, der Steuermann ist auch mitten im Geschehen.

Lichtdurchflutete 12-Meter-Segel-Yacht
Die Hanse 418 der Hausdesigner judel/vrolijk & co wird durch ihre Rumpffenster und Glasflächen seitlich vom Niedergang geprägt. Unter Deck wurden zahlreiche, durchdachte Details wie Abstellfächer für Geschirr und wassergeschützte Ablagen für Handys und anderes eingebaut. Der 12,41 Meter lange und 4,17 Meter breite, schnelle Cruiser kostet in der Standard-Ausführung etwa 173.000 Euro.

Foiling: Segeln, Gleiten, Halb-Foilen und ganz „Fliegen“
Nach der erfolgreichen Premiere der Quant 23 im Vorjahr geht Quantboats mit der kleineren Quant 17 einen Schritt weiter, um das sogenannte Foilen („Fliegen“ bzw. Segeln auf Tragflächen) für Amateure zu ermöglichen. Sie soll nicht mehr als ein vergleichbarer Strandkatamaran kosten und die „normale“ Verdrängerfahrt ist ebenso möglich, sowie Gleiten und Semi-Foilen. Die Handhabung öffnet die Faszination Geschwindigkeit einem breiten Publikum – zu zweit oder allein, auch auf Regatten.

Alu-Boot im robusten Riffelblechdesign
Langlebig, komfortabel, sicher und zuverlässig, ohne auf Speed und Komfort zu verzichten – das sind die Attribute der Silver Eagle BRX. Das „Arbeitstier" dient als schnörkelloses Angel- und Freizeitboot und kommt nicht nur außen, sondern auch innen im Aluminium-Look daher. Das Riffelblechdesign setzt sich wohltuend robust von vergleichbarer Stangenware ab. Zugelassen für bis zu acht Personen bietet die 6,40 Meter lange und 2,25 breite Eagle BRX des finnischen Herstellers Silver mit 200 PS auch Geschwindigkeit und Nervenkitzel.

Klassisch-moderne Mahagoni-Schönheit
Nomen est omen – die Lake Constance-Modelle der Schweizer Rapp-Werft schmücken bereits den Bodensee. Die leichte, formverleimte Bauweise der 760 sowie der besonders geschwungene Bug und der steile Aufklimmwinkel der Unterwasserpartie verleihen der Lake Constance 760 ausgezeichnete Fahreigenschaften. Das Mahagoni Boot ist auch mit E-Antrieb erhältlich. Nach 700 und 760 kommt nun die größere 940 in einem klassisch-modernen Design in formverleimten Mahagoni auf den Markt.

Fliegengewicht: Hightech-Carbon-Tender vom Bodensee
Kohlefaser-Hightech-Bootsbau aus Friedrichshafen: Der 4,22 Meter lange und 1,85 Meter breite Tender von CarboFibretec feiert seine Weltpremiere vor der Haustür. Der moderne Riss von Sven Akermann soll das schnittige Neon-Boot, das nur 100 Kilogramm wiegt, mit einem vergleichsweise kleinen 20-PS-Außenborder bis zu 25 Knoten schnell machen.

Schwimmfähige Sonnenliege mit „Dach“
Die Cabana Lounge von Seanatic ist eine aufblasbare Sonnenliege mit großer, ergonomisch geformter Liegefläche und abnehmbarem, winddurchlässigem Sonnensegel. Eine Art Symbiose aus Luftmatratze und Strandkorb, die an Land und auf dem Wasser zum Chillen einlädt – allein oder zu zweit. Vier außergewöhnliche Designs stehen zur Auswahl. In einer robusten Nylon-Transporttasche ist die Lounge schnell verstaut.

Öffnungszeiten und Preise
Die Interboot präsentiert von Samstag, 23. September bis Sonntag, 1. Oktober 2017 täglich von 10 bis 18 Uhr die ganze Welt des Wassersports, der Interboot-Hafen lädt täglich bis 19 Uhr zum gemütlichen Sundowner. Die Halle B1 ist am Donnerstag zum Sunset Shopping bis 21 Uhr geöffnet. Die Interboot wird über den Eingang West an der Rothaushalle/A1 zugänglich sein. Am ersten Wochenende findet parallel die Tauchmesse InterDive statt, die ausschließlich über den Eingang Ost zu erreichen ist. Die Tageskarte kostet 12 Euro, ermäßigt 10 Euro. Die Familienkarte ist für 28 Euro erhältlich. Kinder zwischen sechs und 14 Jahre bezahlen 5 Euro.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.interboot.de und www.facebook.de/interboot

Quant 17
Silver Eagle BRX
Bavaria E34 Sedan

Freitag, 22. September 2017

13. Platz bei der J70 Weltmeisterschaft in der Amateurwertung

Das SMCÜ-Team segelte vergangenes Wochenende auf den 56. Platz in der Gesamtwertung in Porto Cervo gegen viele Segelprofis.

Die größte Weltmeisterschaft einer Kielbootklasse, die es jemals gab, ausgetragen auf dem traumhaften Segelrevier von Porto Cervo auf Sardinien. Für uns, Steffen und Sven Heßberger sowie Frederik und Henrik Schaal, war klar, dass wir diese Regatta unbedingt segeln möchten. Wir beschlossen einige Tage früher nach Sardinien zu fahren, um uns dort auf das Revier und das Segeln im großen Feld einzustellen. Aus der Bundesliga sind wir es ja kaum noch gewohnt länger als fünfzehn Minuten für ein Rennen zu benötigen, in Sardinien rechneten wir mit rund einer Stunde Kurslänge, eine große Umstellung also.
Nach Alpenüberquerung und nächtlicher Fährfahrt erreichten wir Sardinien. Wir wurden von sommerlichen Temperaturen, viel Sonne, aber auch sehr viel Wind empfangen. Bevor wir ans Segeln denken konnten galt es jedoch erst das Boot fertig zu machen es vermessen zu lassen. Die Vermessung an sich ist eigentlich Routine, da wir ausschließlich normiertes Standardmaterial verwenden. Allerdings läuft eine Vermessung selten komplett reibungsfrei ab. Probleme machte diesmal unsere Fock, die um wenige Millimeter abwich. Es stellte sich dann aber glücklicherweise heraus, dass bei diesem Modell durchgehend der gleiche winzige und völlig unrelevante Fehler auftrat und so konnten wir wie viele andere Teams dieses Segel doch nutzen.

Für uns bedeutete dies, dass wir das Boot einwassern durften und die ersten Trainingseindrücke sammeln konnten. Bei guten Winden um die 14 Knoten konnten wir das erste Mal aufs Wasser. Es stand eine enorme Welle und schon bald waren unsere Jungs auf dem Vorschiff, Henrik und Sven, völlig durchnässt. Der Vorwind brachte dafür viel Freude und wir kamen richtig ins surfen. Nachdem wir dann einen Nachmittag alleine übers Meer gesegelt sind konnten wir an den beiden folgenden Tagen mit einigen anderen Teams trainieren. Die Amerikaner organisierten kurze Wettfahrten, zu denen bereits 40 Boote antraten. Langsam konnten wir erahnen, wie eine Wettfahrt in einem 80-Boote Feld sein würde. War man nicht vorne, gab es eigentlich keinen freien Wind mehr. Das Training half uns enorm um uns auf die große Flotte, und auf die schwierigen Starts einzustellen. Es zeigte uns jedoch auch die befürchteten Geschwindigkeitsunterschiede auf der Kreuz. Wir konnten einfach nicht die Geschwindigkeit und Höhe der Proficrews fahren, die Gründe dafür suchten und fanden wir teilweise, aber auch nach einigen Änderungen am Trimm waren wir immer noch langsamer. Viele Trimmeinheiten und personalisierte Segel geben den Profis hier einen klaren Vorteil, den zu begrenzen versuchten.

Am letzten Trainingstag setze sich ein heftiger Mistral durch, der für Winde um die 30 Knoten, in Böen bis 50 Knoten sorgte. Praktisch unsegelbar auf unserer J 70 und auch direkt vor einer Weltmeisterschaft nur eine unnötige Materialschlacht. Wir beschlossen also ein wenig zu entspannen und trafen uns mit den befreundeten Teams aus Friedrichshafen. Bei weiteren Blicken auf die Windvorhersage zeichnete sich zudem ab, dass ein Beginn der Rennen an den Folgetagen auch kaum möglich war, denn erneut war extremer Wind vorhergesagt. Wir genossen also die Eröffnungsfeier auf dem Pool Deck des noblen Yacht Club Costa Smeralda, mit dem festen Gedanken, dass der folgende Tag ein weiterer Landtag werden würde.

Bereits beim Frühstück sahen wir uns bestätigt, der Wind pfiff ums Haus und das Wasser war mehr weiß als blau. Im Hafen wurden wir dann zunächst auf den Nachmittag vertröstet, dann wurde aber relativ bald der ganze Tag abgesagt und wir nutzen diese Zeit um die Insel ein wenig zu erkunden. Nebenbei erschütterte ein Vermessungsskandal die Weltmeisterschaft. Nach der Vermessung wurden sieben Teams ausgeschlossen, bei denen ein manipulierter Kiel gefunden wurde. Unter ihnen auch einige der Favoriten, vor allem aus Italien. Die Veränderungen können helfen signifikante Geschwindigkeitsvorteile zu erzielen und waren bereits bei anderen großen Meisterschaften der Klasse befürchtet worden. Nun setzte die Klasse ein klares Zeichen und zeigte, dass solche illegalen Umbauten nicht toleriert werden. Die teilweise uneinsichtigen Protagonisten dieses Skandals lieferten sich nach ihrem Ausschluss noch einen auf persönlicher Ebene ausgetragenen Schlagabtausch mit dem austragenden Club, was für die Veranstaltung sicherlich kein guter Auftakt war. Auf der positiven Seite, gab es für uns ein unterhaltsames Nebenprogramm zur Warterei und wir erfuhren auch mehr über den enormen Aufwand, den viele unserer Konkurrenten betreiben.

Nachdem wir den zweiten Tag auch an Land verbrachten schwächte sich der Wind zum Donnerstag hin endlich ab und wir konnten die ersten Rennen starten. Aufgrund der Anzahl von 161 Booten wurde das Feld in zwei Gruppen gestartet und es waren immer rund 80 Boote gleichzeitig auf dem Kurs. Eine unglaubliche Anzahl, wenn man überlegt, dass wir am Bodensee bei den Klassenregatten meist nur bis zu 30 Boote haben. Um der Anzahl der Boote gerecht zu werden wurde die insgesamt 800 Meter lange Startlinie in zwei Segmente aufgeteilt, die in der Mitte durch ein großes Schiff der Wettfahrtleitung begrenzt wurden. Man konnte also entweder in der rechten oder linken Startlinienhälfte starten. Allein schon durch die Länge der Linie musste man sich gut überlegen welche Seite bevorzugt war. Die Vorteile gehen hier schon in die hunderte Meter und das nur am Start, ohne einen einzigen Meter gesegelt zu sein. Zudem galt es abzuwägen, ob man sich zur rechten Seite des Kurses orientiert, wo man meist mehr Freiheiten hat oder ob man doch die linke Seite versucht, wo der Wind vermeintlich besser war, aber man bei einem schlechten Start kaum Optionen hat. Wir entschieden uns aufgrund der fehlenden Kreuzgeschwindigkeit häufig für einen Start der weiter rechts oder mittig orientiert war.

Nach einem guten Start im ersten Rennen konnten wir wie befürchtet nicht mit den anderen mithalten und wurden schnell überlaufen. Freien Wind gab es praktisch nicht mehr, überall war Abwind. Wir fielen immer weiter zurück und rundeten die Luvtonne als drittletztes Schiff. Ein großer Schock, so schlecht hatten wir uns nicht eingeschätzt! Doch nun folgte unsere Paradendisziplin, der Vorwind. Wir bewegten uns sehr viel auf dem Boot und segelten die J 70 praktisch wie eine kleine Gleitjolle. Dadurch konnten wir viele Wellen mitnehmen, die uns zusätzlich anschoben und erlangten einen großen Geschwindigkeitsvorteil. Zu Beginn der nächsten Kreuz lagen schon wieder 20 Boote hinter uns. Nach einer weiteren schweren Kreuz konnten wir auf dem letzten verbleibenden Vorwind nochmal einige Boote holen und platzierten uns noch in der Mitte des Feldes. Unser Selbstvertrauen war wiederhergestellt und wir erörterten, wie wir uns nächstes Mal besser bis zur Luvtonne schlagen könnten. Die nächsten zwei Rennen verliefen ähnlich, schlechte Position an der Luvtonne, dann Aufholjagd auf dem Vorwind. Allerdings begannen wir ein wenig weiter vorne und konnten uns so nochmal zweimal zwischen Hälfte und vorderem Drittel platzieren. Bei immer noch starken Winden zehrten diese drei Rennen vor allem an den Kräften des Gennackerfahrers, Sven, und des Steuermanns, Steffen, die beide sehr viel mit den Schoten arbeiteten. Ein wenig fertig und nicht ganz sicher, ob diese Leistung für die angestrebte Goldfleet reichen würde segelten wir an Land. Dort erwarteten uns unsere Eltern, die uns zuschauen und ein wenig Sonne auf Sardinien tanken wollten.

Beim gemeinsamen Abendessen, dann die erleichternde Nachricht: Goldfleet. Es hatte gereicht als 68. waren wir in die vordere Hälfte gerutscht und konnten uns in den Folgetagen mit den besten Seglern der Regatta messen. Wir waren sehr glücklich und freuten uns auf die weiteren Wettfahrten. Die fanden weiterhin bei Starkwind statt und in der Gruppe der Besten wurde es noch schwieriger uns gegen die anderen zu behaupten. Bei erneut schwieriger Kreuz konnten wir im vierten Rennen aus unseren Fehlern des Vortags lernen und hielten uns an den Engstellen um die Tonnen noch freier. Dadurch umgingen wir ärgerliche Abwinde und reduzierten die Anzahl der Manöver, was uns sehr half. Mit diesen Änderungen konnten wir uns einen 37. Platz in der Goldfleet ersegeln.

Im zweiten Rennen des Tages lagen wir in ähnlich guter Position. Allerdings schlief der Wind immer weiter ein und nach einer Wartezeit von rund zehn Minuten bei absoluter Flaute erbarmte sich der Wettfahrtleiter endlich um das Rennen abzuschießen. Es blieb nur noch der letzte Wettfahrttag.

Ein wenig unerwartet bließ der Wind um die 20 Knoten und nahm im Tagesverlauf bis auf 27 Knoten zu, vorhergesagt war deutlich weniger. Wir durften also erneut auf harte Kreuzen aber auch spaßige Vorwinde im Gleitmodus hoffen. Trotz des vielen Wind starteten viele Boote sehr aggressiv, da sie nochmal eine gute Platzierung segeln wollten. Nach einigen Frühstarts ging es dann endlich los, und es waren immer noch viele Boote zu früh dran. Dieser Start war uns auf die Sekunde gelungen, denn drei Boote direkt neben uns wurden disqualifiziert, was wir per Funk erfuhren. Die drei waren zudem alle unter den Top 10, wodurch wir uns mit unserem Start noch glücklicher schätzten. Erneut reichte es für einen guten Platz kurz vor der Mitte des Feldes. Bei zunehmendem Wind ging es dann in das letzte WM Rennen. Der einzige verkorkste Start der Serie bescherte uns durch eine aufgezwungene Wende auf einmal völlig freien Wind und wir lagen richtig gut positioniert. Doch je länger die Kreuz ging, desto stärker wurde der Wind und wir umso langsamer wurden wir. Besonders im letzten Drittel der rund 25-minütigen Kreuz passierte uns ein Boot nach dem anderen. Bei nun sehr starken Winden war uns eine Aufholjagd auf dem Vorwind auch nicht mehr möglich, da alle Boote nur noch übers Wasser flogen und wir aufpassen mussten nicht die Kontrolle zu verlieren. Am Ende fuhren wir eine durchgeglittene Halse, vermutlich die beste Halse die wir je gefahren sind. Allerdings gewinnt man in einem Rennen das eine Stunde fünfzehn geht mit ein bisschen Vorwindvorteil und einer super Halse auch nicht mehr viel und so lieferten wir noch unseren Streicher ab. Die Weltmeisterschaft war nun mit leider nur sechs Rennen schon vorbei, jedoch hatten diese Rennen es gewaltig in sich.

Keiner der sechs Läufe war kürzer als eine Stunde zehn und trotz dieser langen Dauer war das Feld immer nah beieinander, so dass man bis auf die letzten Meter Boote überholen konnte. Diese unglaubliche Intensität gepaart mit dem überwältigenden Gefühl in einer so großen Flotte zu segeln machte diese Weltmeisterschaft für uns zu einem unglaublichen Ereignis. Wir konnten schlussendlich einen 56. Platz unter 161 Booten erkämpfen und schafften es in der Amateurwertung sogar auf Platz 13 von 73 Booten. Mit diesem Ergebnis sind wir inzwischen sehr glücklich von Sardinien abgereist und planen im Kopf schon an welchen Stellschrauben man beim Trimm für ein weiteres Event dieser Art noch drehen kann. Abschließend möchten wir uns nochmal beim Club, sowie allen großzügigen Spendern und Förderern aus dem Club und auch unseren Sponsoren der dataTec AG und der Akademie für Führungskräfte bedanken, die uns nicht nur durch ihren Beitrag bei der Bundesliga unterstützen, sondern auch hier einen Teil der finanziellen Kosten übernehmen konnten. Quelle: SMCÜ.

Donnerstag, 21. September 2017

Interboot bringt mehr Frauen ans Steuer

Männerdomänen gibt es reichlich, auch im Wassersport. Doch oft genug bergen diese auch Hindernisse bei der gemeinsamen Freizeitbeschäftigung von Paaren und Familien. Dabei können Frauen ein Boot genauso gut steuern wie die Männer. Genau das fördert die Internationale Wassersport-Ausstellung Interboot nicht erst seit diesem Jahr. Auch zur 56. Auflage gibt es in Friedrichshafen auf dem Bodensee vom 23. September bis zum 1. Oktober praktische Fahrtrainings sowie Vorträge und Seminare, die Frauen ermutigen und schulen.

Eine typische Situation beim Anleger im Hafen: Er sitzt hinten im Cockpit am Steuer und schreit (oft genug unklare) Anweisungen aufs Vorschiff. Sie steht mit der Festmacherleine auf dem Vorschiff und soll backbord wie steuerbord gleichzeitig abhalten, um danach einen Weitsprung auf den Steg zu wagen. Was manchen Nachbarn amüsiert und anderen vor Angst die Schweißperlen auf die Stirn treibt, ist eine traditionelle Rollenverteilung an Bord. Dabei könnte der Mann von der Kraft her vielleicht besser die Aufgaben der Crew erledigen – wenn die Frau das Steuer übernehmen würde.

„Viele trauen sich das nicht zu, weil sie seit jeher zum Zuschauen verdammt wurden und dann sofort denken, mein Partner macht das schon“, weiß Mareike Guhr von zahlreichen Frauen, die schon mit ihr gesegelt sind. Die Hamburgerin hat als Skipperin auf einem 15- Meter-Katamaran in viereinhalb Jahren die Welt umrundet. Vor allem die Frauen unter ihren Gästen wurden immer ermutigt, die Initiative zur ergreifen und selbst Verantwortung zu übernehmen. Auch in spezifischen Trainings für Bavaria Yachts und die Firma Ocean’s-eleven sowie als Skipperin reiner Frauencrews von KH+P Yachtcharter bei der Antigua Race Week hat sie sich einen Namen gemacht.

Diese Erfahrungen verrät die 49-jährige den ausschließlich weiblichen Teilnehmerinnen ihres Workshops „Warum Frauen sich oft nicht trauen“ im Rahmen der Interboot Academy am Sonntag, dem 24. September, um 10.30 Uhr (Anmeldung unter www.interboot.de). „Eine Frau wagt Meer“, heißt zudem ihr Vortrag am selben Sonntag ab 17 Uhr und Dienstag (26. September) ab 18 Uhr im Raum Schweiz. Für alle Messebesucher steht die Hamburgerin außerdem am Sonntag um 15.45 Uhr sowie Montag und Dienstag um 14.30 Uhr im Segel- und Reise-Kompetenz-Center in der Rothaushalle A1 auf der Bühne und will dort immer auch Frauen an Bord motivieren.

Bereits zum 14. Mal bietet die Interboot zusammen mit dem Fachmagazin „boote“ für Frauen kostenlose Schnupperkurse im Motorbootfahren an. Siebenmal pro Tag (10.30, 11.30, 12.30, 14, 15, 16 und 17 Uhr) legt Trainerin Anja Schult mit jeweils bis zu drei Teilnehmerinnen im Messehafen ab und zeigt die Basics im Vorwärts- und Rückwärtsfahren sowie Lenken und Motortrimm. In einer Dreiviertelstunde kommen alle einmal selbst ans Steuer der Jeanneau 6.5 BR, die von Boote Pfister gestellt wird. Schließlich beeinflusst das nur angeblich schwache Geschlecht oft zu Recht einen Bootskauf entscheidend mit. Die Anmeldung erfolgt am boote-Stand in der Rothaushalle A1 oder im boote-Zelt im Interboot-Hafen sowie über das boote-Handy unter der Nummer 0170/5719-469.

Wer gleich mehr lernen will, bucht ein ganztägiges Bodensee Spezial Training, das ebenfalls vom Fachmagazin boote organisiert wird. Zum 50-jährigen Firmenjubiläum stellt Boote Pfister aus Schwebheim bei Schweinfurt mit der Sea Ray 350 SLX einen coolen 10,50 Meter langen Bow Rider mit 2x 300 PS zur Verfügung. Jeweils fünf Frauen werden mit ihm Hafenmanöver wie An- und Ablegen üben sowie Ausweichen, Aufstoppen und vieles andere mehr. Trainerin Dorle Genthe aus Hamburg bringt 20 Jahre Törnerfahrung mit und wird diese von Frau zu Frau weitergeben. Sie plant mit den Crews Ausfahrten von Friedrichshafen bis nach Lindau und Kressbronn. Das Ganztagestraining dauert von 10 bis 18 Uhr und kostet 199 Euro pro Person inklusive Verpflegung. Ein Bootsführerschein ist für die Teilnahme nicht erforderlich, kann aber sicherlich hinterher leichter erworben werden. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite boote-frauentraining.de. Anmeldungen nimmt Isabelle Schabus unter der Rufnummer 0521/559-331 oder per Email an i.schabus@delius-klasing.de entgegen.

Die Interboot ist von Samstag, 23. September bis Sonntag, 1. Oktober 2017 täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, der Interboot-Hafen täglich bis 19 Uhr. Die Tageskarte kostet 12 Euro, ermäßigt 10 Euro. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.interboot.de und www.facebook.de/interboot

geht doch...
auch auf Hochsee...

Mittwoch, 20. September 2017

"Interboot-Trophy" am 23./24. September beim WYC

Zum 13. Mal richtet der Württembergische Yacht-Club WYC am kommenden Wochenende (23. und 24. September 2017) die "Interboot-Trophy" für Einhand-Jollenklassen in Kooperation mit der Friedrichshafener Wassersportmesse aus. Über 60 Teilnehmer haben in den vier Klassen gemeldet. Erstmals segeln auch die 12-Fuß-Dinghies mit, eine schon vor 110 Jahren entstandene Jollenklasse.

Neben 20 Teilnehmern im 12-Fuß-Dinghy werden jeweils 14 Segler im Contender, Laser-Radial und Laser-Standard (mit dem größeren Laser-Segel) am Start sein. Für die Klassen Europe, Finn-Dinghy und die kleinen Laser 4.7 musste WYC-Regattaobmann Günther Widmer mangels ausreichender Meldungen absagen.

Besonders bei den 12-Fuß-Dinghies - 1928 Einhandklasse bei den Olympische Spielen von Amsterdam – ist die Meldeliste international: Schweizer, Österreicher (jeweils nicht nur vom Bodensee) und Italiener (bis aus Rom) wollen mitsegeln, deutsche Teilnehmer kommen sogar aus Lübeck. Zwei Steuerfrauen stehen auch auf der Meldeliste: Anna Meister vom gastgebenden WYC und Stephanie Breitenstein, vor ein paar Jahren noch österreichische Kader-Seglerin im 470er. Die Gaffel-getakelte Jolle mit gut neun Quadratmetern Segelfläche und 3,7 Meter Länge ist ein echter Hit bei Retro-Fans.

Im Laser-Radial gehen auch die Bestplatzierten der Landesjugendmeisterschaft von Anfang September wieder ins Rennen: Landesjugendmeisterin Amelie Zartl (WYC) und Vize Florian Hafner (Günzburg, Skippergilde Schwaben). Im Laser Standard darf man auf Conrad Rebholz gespannt sein, der beim Matchrace Germany in Langenargen zur drittplatzierten Crew gehörte. Und auch Willy Brandt will’s wissen: Der WYC-Nachwuchstrainer steigt im Laser wieder einmal selbst „in den Ring“.

Wettfahrtleiter ist diesmal Felix Diesch. Der Maschinenbauer, der sein Studium voriges Jahr abgeschlossen hat, ist selbst viele Jahre Jollensegler gewesen, ehe er sich auf die Kielbootklasse J70 (wo er gerade bei der WM in Sardinien segelte) und die Segel-Bundesliga konzentrierte. Auch in Sachen Wettfahrtleitung ist Felix Diesch bereits Routinier.

Die vier Klassen werden im Fünf-Minuten-Abstand nacheinander starten. Gekämpft wird in allen Klassen um Ranglistenpunkte, die „Interboot-Trophy“ und Gutscheine im Wert von 25 bis 100 Euro für die jeweils ersten drei Plätze, welche die Interboot zur Verfügung stellt. „Die Zusammenarbeit mit dem Projekt-Team der Messe ist hervorragend“ lobt Widmer. Die Interboot ist nicht nur Preisstifter und Namensgeber der Regatta, sondern unterstützt den WYC bei dieser Veranstaltung im Herzen der Stadt auch tatkräftig.

Fünf Wettfahrten sind ausgeschrieben, der erste Start soll am Samstag um 11 Uhr erfolgen. Die Regattabahn wird vor der Uferpromenade am Graf-Zeppelin-Haus liegen, wo auch Zuschauer das Geschehen verfolgen können. Die Wetterprognose verspricht sehr sonniges, aber auch sehr ruhiges Wetter. Max Rieger, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit WYC.

Bei der Interboot-Trophy des WYC gehen am Wochenende über 60 Einhandsegler in den Klassen Laser-Standard,
Laser-Radial, Contender (unser Bild) und 12-Fuß-Dinghy an den Start. Foto: © Ben Decker/WYC
Bei der Interboot-Trophy des WYC gehen am Wochenende über 60 Einhandsegler in den Klassen
Laser-Standard (Bild), Laser-Radial, Contender und 12-Fuß-Dinghy an den Start. Foto: © Ben Decker/WYC
Erstmals gehen bei der Interboot-Trophy des WYC auch die 12-Fuß-Dinghies an den Start – eine Bootsklasse,
die schon seit über 100 Jahren besteht. Weitere Klassen am Start: Contender sowie
Laser Radial und Laser Standard. Foto: © V. Göbner

IWGB an der INTERBOOT 2017

Die Internationale Wassersportgemeinschaft Bodensee e.V. IWGB ist mit ihrem Umweltprogramm "Blauer Anker" an der INTERBOOT 2017 vom 23. September bis 1. Oktober auf dem Stand des Internationalen Bodensee-Motorboot-Verbandes IBMV in der Halle A3, Stand 416 vertreten.

Mit dem Programm Blauer Anker kommt die IWGB dem Anliegen der Betreiber von Anlagen des Wassersports am Bodensee entgegen, die ein umfassendes, anspruchsvolles und realistisches Programm für die umweltgerechte Gestaltung und Führung von Hafen- und Steganlagen suchen.

Mit dem Blauen Anker wird ein auf die Verhältnisse des Bodensees angepasstes Programm zum Aufbau eines Umweltmanagement-Systems geschaffen. Auf seiner Grundlage sollen die Betreiber unterstützt werden, für ihre Anlage die aus der Sicht des Umweltschutzes relevanten Aspekte zu erarbeiten und dem Stand der Technik und der Erkenntnisse entsprechende Massnahmen zu realisieren. Das Programm Blauer Anker soll im weiteren die Ansätze dafür bieten, bestehende Lösungen im Laufe der Zeit weiter zu entwickeln und neue Erkenntnisse des Natur- und Umweltschutzes zu integrieren. Flyer >

Der IWGB freut sich auf viele Besucher und dankt dem IBMV für das Gastrecht auf ihrem Stand an der INTERBOOT 2017.


Dienstag, 19. September 2017

Wer wird „Bester Europäischer Segelclub“?

Die besten Segelclubs aus Europa kommen an diesem Wochenende zum Finale der SAILING Champions League nach Porto Cervo (Sardinien, Italien). Vor der traumhaften Kulisse des gastgebenden Yacht Club Costa Smeralda werden die teilnehmenden 32 Teams drei Tage lang um den Titel „Bester Europäischer Segelclub“ kämpfen.

Zu den Favoriten zählt neben dem Norddeutschen Regatta Verein als Sieger von Act 1 (St. Petersburg) und dem Segelclub Mattsee, Gewinner Act 2 (St. Moritz), sicherlich auch der Deutsche Touring Yacht-Club als amtierender Deutscher Meister und SAILING Champions League Gewinner 2016. Der Titelverteidiger hat gerade erfolgreich am Nord Stream Race teilgenommen und spielt auch in der Deutschen Segel Bundesliga ganz vorne mit (Platz eins).

Unter den Teilnehmern sind weitere hochkarätige Teams, wie der Cape Crow Yacht Club (Schwedischer Meister 2016, Gewinner Nord Stream Race 2017), der Royal Norwegian Yacht Club (SAILING Champions League Gewinner 2015) und der berühmte Yacht Club Costa Smeralda

An der nordöstlichen Küste von Sardinien sind am kommenden Wochenende 48 Rennen geplant, die im Fleet-Race-Modus auf acht Booten der One-Design-Klasse J/70 gesegelt werden. Vor den Regatten von Freitag bis Sonntag finden am Donnerstag erste Trainingsrennen statt. Angesagt sind Leichtwind und sommerliche Temperaturen um 22 Grad.

Die teilnehmenden Top-Teams haben sich in diesem Jahr beim SAILING Champions League Act 1 in St. Petersburg (11.-13.8.) und Act 2 in St. Moritz (01.-3.9.) für das Finale qualifiziert. In Porto Cervo segeln die besten 14 Teams aus Act 1 und die besten 16 Teams aus Act 2. Gemeinsam mit ihnen kämpfen der gastgebende Yacht Club Costa Smeralda und der Vorjahres-Gewinner Deutscher Touring Yacht-Club (DTYC) aus Deutschland um den Titel “Bester Europäischer Segelclub” und die begehrte silberene Meisterschale von Robbe & Berking.

Als Technologie Partner der SAILING Champions League wird SAP für ein professionelles Live-Stream Angebot sorgen. Jeweils Samstag und Sonntag werden die Rennen live im Internet gezeigt. Zwischen 12.00 und 16.00 Uhr werden Segelexperten und Sportreporter die Rennen kommentieren und für Jedermann verständlich machen.

Alle Ergebnisse und den Live Stream finden Sie hier: www.sailing-championsleague.com.

32 Teams kämpfen vom 22. bis 24.9. in Porto Cervo um den Titel
"Bester Europäischer Segelclub" © SCL/YCCS/Francesco Nonnoi
Der Verein Seglerhaus am Wannsee (VSAW) hat sich beim Act 2 der SAILING Champions League
in St. Moritz für das Finale in Porto Cervo qualifiziert © SCL David Pichler
Der Norddeutsche Regatta Verein (NRV) hat den Act 1 der SAILING Champions League
in St. Petersburg gewonnen und zählt zu den Favoriten beim Finale in Porto Cervo © SCL Anya Semeniouk
Der Segelclub Mattsee hat beim SAILING Champions League Act 2 in St. Moritz gewonnen © SCL/David Pichler
Insgesamt sind 48 Rennen auf acht Booten der One-Design-Klasse J/70 beim SAILING Champions League-Finale geplant © SCL/YCCS/Francesco Nonnoi
Nach Act 1 in St. Petersburg und Act 2 in St. Moritz findet vom 22. - 24.9. in Porto Cervo das SAILING Champions League-Finale statt © SCL/YCCS/Francesco Nonnoi
Der Deutsche Touring Yacht-Club hat 2016 die SAILING Champions League gewonnen © SCL/YCCS/Francesco Nonnoi

Der NRV mischt die deutsche Frauensegelszene auf

Das gab es noch nie - eine deutsche Kielboot-Regatta nur für Frauen. Ein seglerischer Wettkampf dieses Formats ist bisher nur aus den USA bekannt und soll ab kommendem Jahr erstmalig auch auf deutschen Gewässern Einzug finden.

Der Norddeutsche Regatta Verein (NRV) bringt in 2018 mit dem neu initiierten „Helga Cup - German Open“ sowohl nationale als auch internationale Frauencrews auf die Alster. Ziel ist es, dass mehr und auch weniger erfahrene Seglerinnen unterschiedlicher Bootsklassen auf einheitlichen, vom NRV gestellten, Kielbooten bis 24 Fuß in den Wettkampf treten. Die Frauencrews segeln bei der zweitägigen Veranstaltung vom 2. - 3. Juni 2018 ein straffes Regattaprogramm im Format der Deutschen Segel-Bundesliga. Insgesamt werden 18 Teams erwartet, von denen die „Rookie-Crew“ besondere Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird. Ein aus vier Segel-Neulingen bestehendes Team wird gemeinsam den Sport von Grund auf mit einem Coach erlernen. Die Entwicklungserfolge und Fortschritte werden dokumentiert und medial begleitet.

Die Köpfe hinter der Regatta, die zu einem jährlichen fest installierten Event in der Frauensegelszene werden soll, sind Kirsten Harmstorf-Schönwitz (Steuerfrau der „Tutima“), Birte Lindlahr (BEEF!), Christine Bauer (Tagesschau), Lina Nagel (freie Journalistin), Annette Bruhns (Spiegel), Claudia Langenhan (NRV), Anke Scheuermann (HOTQUITO), Silke Basedow (Steuerfrau in der Deutschen Segel-Bundesliga) sowie Anika Pohlenz (NRV). Sie bilden den Beirat des „Helga Cups“. Ideengeber sowie Initiator und Organisator ist Wassersportfotograf Sven Jürgensen.

Sämtliche Fragen rund um den „Helga Cup – German Open“ sowie Anmeldungen interessierter Frauencrews und Seglerinnen bitte an helgacup@nrv.de.

Der Nachwuchs dominiert vor heimischer Kulisse

Sailingcenter Racing gewinnt blu26 International Swiss Championship in Bayern. Es war ein herausragender Erfolg: Gemeinsam mit dem veranstaltenden Yachtclub Bad Wiessee war das sailingcenter am Tegernsee am vergangenen Wochenende ein perfekter Gastgeber des blu26 International Swiss Championships. 17 Segelteams aus Deutschland, Österreich und der Schweiz lieferten sich an drei Tagen spannende Rennen. Doch am Ende blieb der Sieg am Tegernsee: Das Team des sailingcenter Racing-Kaders gewann überraschend und setzte damit ein deutliches Ausrufezeichen.

"Das Teilnehmerfeld war mit Junioren-Weltmeistern, Youth Americas Cup-Teilnehmer und nationalen Meistern sehr gut besetzt", resümiert Stephan Eder, Geschäftsführer des sailingcenter. Erstmals wurden Schweizer Meisterschaften mit einer Wasserjury bei Open Fleet Race unter der Leitung des internationalen Umpires Heiko Falch ausgetragen. Bei mittlerem Wind (15 Knoten) aus Nord wurden die Rennen am Freitag gestartet. Schon nach diesem ersten Tag hatte sich das deutsche sailingcenter-Team mit Julius Thomas, Nikolai Sorokin, David Landau und Vitus Huber einen komfortablen Vorsprung erkämpft. "Das war schon die Grundlage für den Sieg", betont Eder, der den Nachwuchs auch trainiert.
Am Samstag erwartete die Teilnehmer konstanter Südwind. Fünf Regatten wurden hier abgehalten - erst beim letzten Lauf ließ der Wind etwas nach. "Das war ein phantastischer Segeltag", so Eder. Allerdings wurde es knapp in den Wertungen - zwischenzeitlich hatte das Team Hazel die Nase vorn. Doch nach acht Wettfahrten reichte es für die Tegernseer, die damit den zweiten Sieg nach St. Moritz feierten. Auf dem zweiten und dem dritten Rang landeten die Schweizer Teams Giachen Duas und Hazel.

Freilich kam auch die Geselligkeit nicht zu kurz. So wurden die Teilnehmer am Freitag ins Tegernseer Bräustüberl eingeladen, die auch gerne in Dirndl und Lederhosen erschienen. Am Samstag hieß es dann Barbecue mit Liveband im Yachtclub Bad Wiessee. "Es ist alles perfekt gelaufen", sagt Eder, der den Dank jedoch auch an den örtlichen Yachtclub, Swiss Sailing und den Wettfahrtleiter Stefan Roth mit seinem Team richtet. Sabine Wittmann, Bad Wiessee. Ergebnis >

blu26 unter Spi - Bild: © Michael Reymann, Yacht Club Bad Wiessee
Die Sieger - Bild: © Michael Reymann, Yacht Club Bad Wiessee

Einhand-Segler ermitteln die Jahres-Sieger

Mit der Einhand-Regatta in Friedrichshafen wurde am Samstag die Jahreswertung der Einhand-Segler ermittelt. Bei gutem Wind kamen am Samstag 13 Männer und Frauen zum Segel-Motorboot-Club Friedrichshafen (SMCF), um gegeneinander anzutreten.

Steuermann, Trimmer und Taktiker, für alle Aufgaben gibt es während einer Einhand-Regatta nur eine einzige Person an Bord. Zehn Männer und drei Frauen traten so am Samstag vor Friedrichshafen gegeneinander an. Nach dem Start um 10:30 Uhr führte der Kurs erst nach Immenstaad. Die Bojenbeobachter des SMCF mussten sich beeilen, um vor den schnellsten Teilnehmern an der Wendemarke zu sein. Danach ging es über den See nach Uttwil und wieder zurück nach Friedrichshafen.

Wolfgang Palm (YCL) auf der „Unchained Lady“ pflügte noch vor 14 Uhr als erster über die Ziellinie, dicht gefolgt von seinen Kontrahenten. In der schnellen Yardstick Gruppe 1 rutschte er aber auf den dritten Platz nach Sieger Carsten Ortlieb auf der „Azzurra“ und Klaus Vonbach mit der „Fun No. 1“, beide WYC. In der Yardstick Gruppe 2 gewann Martin Präger (CSC) auf der „Nautilus“ vor Roger Fackelmayer mit der „und Tschüss“ sowie Silke Hessel (YCRo) mit der „Ladies First“. Die Yardstick Gruppe 3 dominierte Christinan Weber (YLM) auf der „Lilli“ vor Sandra Fackelmayer (NHSV) auf der „Glückskeks“ und Petra Hoffmann (YLM) mit ihrer „Jana“.

In der abschließenden Jahreswertung über alle vier Einhand-Regatten konnten Wolfgang Palm, Roger Fackelmayer und Willi Egger (WYC) die Wanderpokale in ihren Yardstick Gruppen mit nach Hause nehmen. Bei Freibier saß die eingeschworene Gemeinschaft der Einhand-Segler noch lange auf der Schussen und schmiedete bereits wieder Pläne für das kommende Jahr. Martin Händler, Presse SMCF.

Ergebnisse >
Es kostet viel Kraft und höchste Konzentration, um eine Wettfahrt
alleine an Bord ohne größere Fehler zu meistern
Carsten Ortlieb (WYC) auf der „Azzurra“ gewinnt die Wettfahrt in der Yardstick Gruppe 1
Martin Präger (CSC) erhält die Trophäe für den Sieg in der Yardstick Gruppe 2 von SMCF
Vorstandsmitglied Sebastian Sturm und Wettfahrtleiter Jörg Droemer.
Christian Weber (YLM) ist stolz auf den ersten Platz in der Yardstick Gruppe 3.
Im Hintergrund SMCF Vorstandsmitglied Sebastian Sturm und Wettfahrtleiter Jörg Droemer
Wolfgang Palm und Roger Fackelmayer sind die stolzen Sieger der Jahreswertung
in den Yardstick Gruppen 1 und 2

Peter Gregor und Marvin Frisch sind die Clubmeister des WYC

Im Württembergischen Yacht-Club finden nicht nur Regattasegler eine Heimat – die Mehrzahl der Mitglieder sind eigentlich Fahrtensegler. Und so wird die Clubmeisterschaft auch immer in diesen beiden Kategorien getrennt gewertet. 32 Mannschaften waren am Sonntagnachmittag (17. September) nach dem Hafenjubiläum an den Start gegangen - 16 bei den Regattaseglern und 16 bei den Fahrtenseglern. Bei letzteren wiederholte Peter Gregor seinen Erfolg vom Vorjahr, bei den Regattaseglern holte sich Marvin Frisch den Titel. Die Damenpokale gewannen Susanne Gruber (Regattasegler) und Jutta Bauer (Fahrtensegler).

Bei schönen zwei Beaufort aus Südwest konnte Regatta-Obmann Günther Widmer das Rennen starten. Zuerst gingen die Regattasegler auf die Bahn, fünf Minuten später folgten die Fahrtensegler. Für die schnelleren Boote war die Luvtonne weiter draußen im See, die weniger schnellen Boote der Fahrtensegler hatten eine kürzere Strecke zu absolvieren. Schon an der Luvtonne war der Wind deutlich schwächer. Zudem forderte eine selbst für Nachwuchs-Trainer Jochen Frik (auf dem Starboot „Frikassee“ selbst dabei) unerklärliche Strömung, die nach Osten versetzte, die Segler heraus. Angesichts des flauen Windes kürzte Widmer nach einer Runde ab, verzichtete auf die zweite Runde. Nach rund einer dreiviertel Stunde waren somit in beiden Gruppen die Schnellsten im Ziel. Dies waren als „first ship home“ Erwin Staudacher und seine Crew auf der Dynamic 35 „Escha“ und Peter Gregor, der meistens alleine segelt, auf der Dehler 28 „Pemanini“.

Nach dem Handicap-System „Yardstick“ wurden dann die Gruppenwertungen errechnet. Bei den Fahrtenseglern war auch da zum wiederholten Male Peter Gregor der Beste. Rang zwei ging an Sascha Hahnen und Karl-Heinz Kaiser auf der Bavaria 26 „Bubu3“. Jutta Bauer und Uli Federspiel segelten mit dem 806er „Jule“ auf Rang drei.

Bei den Regattaseglern war nach berechneter Zeit Marvin Frisch (mit Ben und Philipp Decker sowie Markus Hering) auf der J80 „Anima Due“ vorne. Erwin Staudacher und seine Familien-Crew (Hannelore, Carsten Steffi und John-Patric) kamen mit der „Escha“ auf Rang zwei. Dritter wurde Ossi Münzer (mit Georg Bercher, Michael Wolff und Sepper Kuhn) auf dem 30er Schärenkreuzer „Märchenprinz“.

Beim Damenpokal in der Kategorie Regattasegler setzte sich Susanne Gruber auf dem 45er Nationalen Kreuzer „Argo“ gegen die anderen Steuerfrauen durch. Zweite wurde Christine Steck vor Romy Abraham. Bei den Fahrtenseglern lautete die Reihenfolge der Steuerfrauen: Jutta Bauer vor Sandra Lange und Sabrina Hund. Max Riger.

Ergebnisliste  Gruppe Regattasegler
Ergebnisliste Gruppe Fahrtensegler

Die Sieger der Clubmeisterschaft 2017 des WYC: von links Marvin Frisch (Clubmeister Regattasegler),
 Jutta Bauer (Damenpokal Fahrtensegler) und Susanne Gruber (Damenpokal Regattasegler), Wettfahrtleiter Günther Widmer, Peter Gregor (Clubmeister Fahrtensegler). Foto: V. Göbner
Start der Regattasegler zur Clubmeisterschaft des WYC. Foto: V. Göbner
Konzentriertes Segeln war bei der Clubmeisterschaft des WYC bei abflauendem Wind gefragt. Links die neuen Clubmeister auf der „Anima Due“ mit Steuermann Marvin Frisch. Foto: V. Göbner
Eng war es bei den Fahrtenseglern an der Leetonne. Foto: V. Göbner
Der Damenpokal bei den Regattaseglern ging an Susanne Gruber auf der „Argo“. Foto: V. Göbner

Samstag, 16. September 2017

Von fliegenden Brettern und Planken, die die Welt bedeuten

Abheben und Ausbilden: Die internationale Wassersport-Ausstellung zeigt Trends – wie den des Wake-Foilings und rückt mit der Initiative „Dein Job – Dein Moment“ Ausbildung und Nachwuchsförderung in der Wassersportbranche in den Fokus. „Die Interboot als eine der größten Wassersportveranstaltungen in Europa präsentiert sich auch 2017 bestens und läutet mit der Kombination aus Produktschau, Shows und Testmöglichkeiten die neue Wassersport-Saison ein“, erklärt Messechef Klaus Wellmann. 461 Aussteller aus 21 Nationen zelebrieren von 23. September bis 1. Oktober in acht Messehallen die ganze Bandbreite des Wassersports. Action und Boote hautnah, versprechen der Messe-See und der Interboot Hafen mit 100 Test- und Ausstellungsbooten direkt am Bodenseeufer.

Ob Segel- oder Motorboot, Kanu, Kajak oder Zubehör für den nächsten Törn: Die internationale Wassersport-Ausstellung untermauert ihren Status als Neuheitenschau der Branche. „Für die diesjährige Interboot sind 97 Premieren gemeldet“, betont Projektleiter Dirk Kreidenweiß. Neu sind 2017 die Hovercraft Show und die Ringo Rides auf dem Messe-See sowie der Mizu-Cup auf dem Bodensee für den motorisierten Wassersport-Nachwuchs. Premiere feiert auch die Berufsorientierungsinitiative „Dein Job – Dein Moment“: „Die Wassersportbranche sucht händeringend nach Nachwuchs und qualifizierten Fachkräften. Wir als Messe bieten eine gute Plattform, um die verschiedenen Ausbildungsberufe kennen zu lernen“, ergänzt Dirk Kreidenweiß. Rund 230 Schülerinnen und Schüler sind der Einladung der Interboot gefolgt und werden am Dienstag, 26. September auf dem Messegelände verschiedene Berufsbilder vom Segelmacher, über den Elektriker bis hin zum Bootsbauer kennenlernen.

Keine Nachwuchssorgen hat die Michelsen Bootswerft in Friedrichshafen. Hans-Joachim Landolt ist Inhaber der Werft und dort erlernen aktuell sechs Lehrlinge – drei Jungs und drei Mädchen – den Beruf des Bootsbauers: „Ausbildung von Nachwuchs hat eine lange Historie bei der Michelsen Werft. Ich selbst habe hier 1977 gelernt und ich bin davon überzeugt, dass man in den Nachwuchs investieren muss, um anschließend gute Mitarbeiter zu haben“, betont der gelernte Bootsbauer. Fast alle seiner derzeitigen Mitarbeiter, bis auf einen, haben auch bei ihm gelernt.

Voll im Trend liegt das Thema Foiling, dem sich eine Sammlung von Exponaten in Halle A1 widmet. „Während das Segeln schneller als der Wind auf Tragflächen – sogenannten Foils – auf Ein- oder Zweirumpfbooten fast schon salonfähig ist, weitet sich der Foiling-Trend auch auf den Funsportbereich aus. So sind immer mehr Kite- oder Wake-Foiler auf Seen und Meeren zu entdecken“, berichtet Dirk Kreidenweiß. Einer der ersten Wake-Foiler auf dem Bodensee ist Ralph Kurz. Eigentlich ist er Wakeboarder, hat die neue Art des Boardens aber gerne ausprobiert: „Das Gefühl ist einzigartig, wenn sich das Brett aus dem Wasser hebt. Mit dem Wakeboard spürt man immer die Wellenbewegung und den Wasserwiderstand. Hebt man mit dem Wake-Foil ab, ist plötzlich alles ruhig, das ist wie fliegen“, schwärmt der Funsportler. 1 800 Euro kostet das Wake-Foil-Board, das aussieht als hätte man an einem Stab zwei Bretter aufeinander montiert. Wer mit dem futuristischen Brett aufs Wasser geht, zieht die Aufmerksamkeit auf sich. „In Zukunft wird es bestimmt immer mehr Wake-Foiler auf dem Bodensee geben, die Sportart ist einfach einzigartig, macht Spaß und ist auch spektakulär anzusehen“, resümiert der Hobby-Wakeboarder.

Weniger über-, sondern eher unter Wasser, üben die Besucher der Gastveranstaltung InterDive ihr Hobby aus. Die Tauchmesse erweitert vom 21. bis 24. September das Wassersportspektrum auf dem Messegelände in Friedrichshafen.

Die Interboot präsentiert von Samstag, 23. September bis Sonntag, 1. Oktober 2017 täglich von 10 bis 18 Uhr die ganze Welt des Wassersports, der Interboot-Hafen lädt täglich bis 19 Uhr zum gemütlichen Sundowner. Die Halle B1 ist am Donnerstag zum Sunset Shopping bis 21 Uhr geöffnet. Die Interboot wird über den Eingang West an der Rothaushalle/A1 zugänglich sein. Am ersten Wochenende findet parallel die Tauchmesse InterDive statt, die ausschließlich über den Eingang Ost zu erreichen ist. Die Tageskarte kostet 12 Euro, ermäßigt 10 Euro. Die Familienkarte ist für 28 Euro erhältlich. Kinder zwischen sechs und 14 Jahre bezahlen 5 Euro.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter interboot.de und facebook.de/interboot

Hobbywakeboarder Ralph Kurz demonstriert den neuen Fun-Sport Wake-Foiling
Moritz Pulter und Annegret Hoffmeier sind Lehrlinge der Michelsen Bootswerft Friedrichshafen
Hans-Joachim Landolt, Inhaber der Michelsen Werft in Friedrichshafen,
zeigt bei einem Rundgang durch die Werkstatt einen Europakreuzer aus den 30er Jahren